Eine wachsende Zahl internationaler Künstler:innen hat sich einer Petition angeschlossen, die die Schließung eines Abschiebezentrums der U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) in Dilley, Texas, fordert. Zu den Unterzeichnenden zählen unter anderem Madonna, Gracie Abrams sowie die Band Muna.
Die Petition wurde auf der Plattform Change.org veröffentlicht und richtet sich gegen die Inhaftierung von Familien und Kindern im sogenannten Dilley Immigration Processing Center. Neben der sofortigen Schließung der Einrichtung fordert das Schreiben mehr Transparenz, Verantwortlichkeit und strukturelle Reformen innerhalb des Systems.
Forderungen nach strukturellen Veränderungen
Der offene Brief kritisiert die Situation deutlich. Die Unterzeichnenden betonen, dass Kinder nicht in Einwanderungshaft gehören, und weisen auf die psychischen und physischen Belastungen hin, denen Betroffene ausgesetzt seien. „Kein Kind sollte in einem Einwanderungsgefängnis festgehalten werden“, heißt es zu Beginn des Briefes. „Wir, die Unterzeichnenden, fordern die sofortige Schließung des Dilley Immigration Processing Center, eines Familienhaftzentrums der Einwanderungsbehörde ICE in Texas, sowie ein Ende der Inhaftierung von Kindern und Familien. Kinder in Einwanderungshaft sind Traumata, Vernachlässigung und Bedingungen ausgesetzt, die grundlegende Standards von Gesundheit, Sicherheit, Würde und Menschenrechten verletzen.“
Zu den Unterstützer:innen zählen neben Musiker:innen auch zahlreiche Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen. Namen wie Kesha, John Legend, King Princess und Sara Bareilles finden sich ebenso auf der Liste wie Schauspieler:innen und Regisseur:innen, darunter Pedro Pascal, Jane Fonda und viele weitere.
Situation in Dilley
Laut NBC News wird ein Großteil der von ICE festgehaltenen Familien im Zentrum in Dilley untergebracht. Schätzungen zufolge wurden allein im Jahr 2025 mehr als 2.300 Kinder in Gewahrsam genommen. In den vergangenen Monaten sollen zudem Hunderte Kinder unter Bedingungen festgehalten worden sein, die nicht ausreichend mit Nahrung, medizinischer Versorgung oder psychologischer Betreuung ausgestattet waren.
Anhaltende Kritik aus der Kulturszene
Die aktuelle Petition reiht sich in eine Serie von Stellungnahmen aus der Musikbranche ein. In den vergangenen Monaten hatten sich bereits mehrere Künstler:innen kritisch gegenüber ICE geäußert. So reagierten Mitglieder von Radiohead deutlich auf die unerlaubte Nutzung ihrer Musik durch eine Regierungsbehörde. Auch Olivia Rodrigo, Sabrina Carpenter oder Tyler, the Creator äußerten öffentlich Kritik.
Nach tödlichen Vorfällen im Zusammenhang mit ICE-Einsätzen im Januar positionierte sich zudem Bruce Springsteen wiederholt mit musikalischen und öffentlichen Beiträgen.