Rescene
Foto: iMBC/Imazins via Getty Images

RESCENE sind so etwas wie die neuen Indie-Stars im K-Pop

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International erfolgreicher K-Pop stammt meistens aus den vier führenden Produktionsfirmen JYP, YG, SM und HYBE (ehemals BigHit), die den Großteil der Marktmacht unter sich aufteilen und oft auch in den Kanälen involviert sind, die neue Musik pushen. Nun hat es eine spannende Girlgroup der fünften K-Pop-Generation geschafft, die renommierten Top 100 des koreanischen Streamingdienstes Melon anzuführen. Wir stellen sie euch vor.

Die Begriffe Indie und K-Pop kann man natürlich nur verbinden, wenn man eine Prise Ironie beimischt. Koreanische Popmusik mit ihren Trainee-Verträgen und den Produktionsfirmen, die oft mehr verantwortlich sind für Musik, Style und Image einer Band, als die Idols selbst, ist nicht wirklich „independent“. Aber: Bei den neuen Shooting Stars von Rescene passt es irgendwie doch.

Das liegt vor allem daran, dass Liv, May, Zena, Woni und Minami, die 2024 als Rescene debütierten, bei einer sehr kleinen Produktionsfirma unter Vertrag stehen. Die heißt „The Muze Entertainment“, hat nur Rescene unter Vertrag und nicht einmal 20 Mitarbeitende. Eine Firma in dieser Größe hat es normalerweise recht schwer, groß im K-Pop zu punkten, da die oben genannten „Big Four“ oft auch auf den relevanten Kanälen sitzen, die es braucht, um eine Band groß zu machen.

Rescene hatten jedoch von Anfang an etwas, das manche „Big Four“-Band nicht immer hat: gute Songs, eine gute Bandchemie und spannende Stimmen. Schon der Debütsong YoYo, der kaum zwei Minuten dauert, hat seine Qualitäten und dürfte zum Beispiel auch viele NewJeans-Fans abgeholt haben.

Rescene: Kleines Budget, großer Charme

Spätestens die Single Love Attack aus dem Jahr 2024 zeigte dann, wie gut die fünf zusammen sind. Zwar sieht man dem Video das überschaubare Budget ein bisschen an, aber Rescene punkten mit ihrer Choreografie, ihrem Style und ihren Vocals, während die Location Scouts ganze Arbeit leisteten, um den Clip K-Pop-bunt erstrahlen zu lassen.

Dass nun endlich alle merken, wie gut ihr Fifth-Generation-Girlgroup-Pop ist, haben Rescene nicht nur ihrer Musik zu verdanken. Hier richtet sich der Blick auf Member und Bandleaderin Woni, die aus der koreanischen Stadt Geoje stammt. Sie zeigte schon oft in diversen YouTube-Formaten ihren Charme und ihre Entertainerinnen-Qualitäten. So feierten zum Beispiel viele ihren Auftritt auf dem YouTube-Kanal @studiokok, der von zwei in Korea bekannten Netz-Comedians betrieben wird. Sie halfen Woni bei ihrer Quest, endlich den Führerschein zu bekommen.

Im Februar launchte Woni dann ihren eigenen YouTube-Channel und es zeigte sich schnell, wie gut diese Idee war. Woni veröffentlichte darauf Quatsch-Videos, Vlogs oder Formate, in denen sie andere Idols oder ihre Bandkolleginnen traf. 

Eines dieser Videos wurde dann in den letzten Wochen zu einem Meme, das ganz Korea eroberte. Ende März schaute Wonis japanische Bandkollegin Minami vorbei, um ihr Japanisch beizubringen. Der popkulturelle Twist dabei: Minami stylte sich im Gyaru-Style und nutzte viele Slangausdrücke aus dieser anfangs rebellischen Subkultur, die sich bewusst gegen traditionelle japanische Schönheitsideale stellt und sie mit krassen Outfits kontert.

Allein das hatte schon einen hohen Unterhaltungswert, aber es brauchte noch eine Szene, die es zum Meme schaffte. Die kam, als Woni mal wieder über ihre Heimatstadt Geoje sprach, die ungefähr 50 Kilometer von Busan entfernt liegt und in Südkorea auch durch den dort gesprochenen harten Dialekt bekannt ist. 

Minami will sich ein wenig darüber lustig machen und ruft, während die beiden im Auto sitzen: „Geoje, ya-ho!“, was so viel wie „Yay, Geoje“ heißt. Diese kleine, aber sweete Szene, die ganz nebenbei auch den freundschaftlichen Vibe der ganzen Band trifft, wurde innerhalb weniger Wochen zum Running Gag und zum Meme – und richtete viele Blicke auf Wonis Kanal, und dann endlich auch auf Rescene.

Seitdem steigen die Klickzahlen von Rescene kontinuierlich und erreichen selbst die Spitze der renommierten K-Pop-Charts. Völlig zu Recht, finden wir. Zeit also, ab sofort regelmäßig auf ihre Karriere zu schauen. Zum Beispiel auf die neue, wieder sehr sweete und eingängige Single Pretty Girl, die passend zum aktuellen Hype veröffentlicht wurde.

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