Motown liegt in Schottland: Warum man sich jetzt in Brooke Combe verlieben sollte

Brooke Combe
Foto: Sam Crowston
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Brooke Combe ist das Postergirl eines neuen Northern Soul. Schon ihr Debüt zeigte, was aus ihr werden konnte – und der Nachfolger Too Late For Tears wird sie zum Superstar machen. Höchste Zeit, ihrer Magie zu verfallen.

Das Geheimnis eines jeden modernen Soul-Artist ist, die Vergangenheit im Blut zu haben, ohne altmodisch zu klingen. Wenige Künstler:innen unserer Zeit machen das besser als Brooke Combe. Die Schottin ist ein Phänomen, dem wir gerade beim Wachsen zusehen dürfen, und ist jetzt nur noch einen Schritt davon entfernt, zum Superstar zu werden. Einen kleinen. Das Rüstzeug hat sie dabei: Ihr neues Album Too Late For Tears ist ein hinreißendes Northern-Soul-Kunststück, das bei aller geliebten Motown-Klangfarbe doch ganz und gar in der Moderne ruht.

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Galionsfigur des neuen Northern Soul

Das hat sich nicht erst seit gestern angedeutet: 2025 gelingt Brooke Combe der Durchbruch. Ihr bemerkenswertes Debüt At The Edge Of The World erhält durchweg schwärmerische Kritiken und macht sie mehr oder weniger aus dem Stand zur Galionsfigur der neuen Northern-Soul-Welle. Selten ist man sich so einig, dass jemand eines der ganz großen jungen Talente Großbritanniens ist.

Diesen Vorschusslorbeeren wird sie auf vielfache Weise gerecht. Natürlich mit ihrem hinreißenden neuen Album, aber auch bei ihren Konzerten. In Großbritannien hängen immer öfter „Ausverkauft“-Schilder an den Venues, aber auch als Support für Größen wie Benson Boone oder Lionel Richie konnte sie ihre Magie wirken lassen. Auftritte bei Later… With Jools Holland und Jimmy Kimmel Live! taten dann natürlich sehr schnell ihr Übriges, um ihr wachsendes Publikum zu begeistern. Von ihrer Stimme, von ihrer Musik, von ihrer einnehmenden Art. A superstar in the making, eben.

Songs, um die Kälte zu vertreiben

Jetzt also Too Late For Tears. Jetzt also das letzte Quäntchen auf ihrem Weg zum ganz großen Durchbruch. Aufgenommen hat sie ihr weichenstellendes zweites Album in enger Verzahnung mit ihrem langjährigen musikalischen Partner James Skell (The Coral) in dessen Kempston Studios in Liverpool. Auf Platte gebannt haben die beiden elf Tracks feinsten Northern Souls, leichtfüßig und doch profund, melancholisch und doch emporstrebend. Mit einem Fuß ist sie fest in den zeitlosen Einflüssen der Vergangenheit, mit dem anderen selbstbewusst in der Zukunft verankert. Wenn die Nadel auf die Schallplatte trifft, scheint die Welt für einen dieser kostbaren Momente stillzustehen, die viel zu selten sind. Stimmen wie ihre sind dazu in der Lage.

Zusammen mit der Ankündigung ihres neuen Albums hat Brooke Combe gleich auch den neuesten Titel des Albums, Passing Faces, veröffentlicht, ein infektiöser Song wie aus den Soul-Clubs der Siebziger. „Den habe ich blitzschnell in der Küche geschrieben“, sagt Brooke über den Titel. „Danny war oben im Musikzimmer und bearbeitete ein Demo, an dem wir gerade für das Album gearbeitet hatten, und ich ging durch, was wir hatten, um zu sehen, ob uns noch irgendeine Art von Song fehlte. Ich brauchte etwas Unbeschwertes, Eingängiges, Beschwingtes … Ich fing an, Gitarre zu spielen, und der Refrain schrieb sich quasi von selbst. Ich hatte die ganze Melodie, also habe ich mir einfach einen passenden Text dazu ausgedacht.“

Sie macht, dass es so einfach klingt. Große Kunst kann das.

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