20 Jahre „B’Day“: Von versuchter Sabotage zu Beyoncés erstem Triumph

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Foto: Dimitrios Kambouris/Getty Images for The Met Museum/Vogue
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Für ihr zweites Album lässt sich Beyoncé bewusst Zeit und bringt erst in aller Ruhe das Kapitel Destiny’s Child zu Ende. Danach macht sie sich befreit und wiedergeboren an die Arbeit – und begeistert auf B’Day mit einem organischen, überschäumenden, aufgeheizten Hip-Hop-Cocktail. Doch der Gegenwind ist überraschend stark.

B’Day ist einer dieser Fälle, in denen Gerüchte, Spekulationen und Animositäten das eigentliche Album fast überschatten. Nicht, dass Beyoncé im Jahr 2006 ernstlich etwas zu fürchten hätte: Mit Destiny’s Child wird sie zum Weltstar, ihr Debütalbum Dangerously In Love ist trotz durchwachsener Kritiken ein Erfolg, im Motown-Film Dreamgirls hat sie ihre erste Hauptrolle. Schon vor 20 Jahren ist klar: Diese Künstlerin ist nicht aufzuhalten. Und auf allerbestem Wege, eine globale Pop-Magnatin zu werden.

Wer will Beyoncé sabotieren?

Es scheint im Sommer 2006 also immer mehr, als versuche jemand, die Veröffentlichung von B’Day zu sabotieren. Zuerst war es eine Petition gegen die Single Déjà Vu, dann die Gerüchte um Beyoncé und Rihanna, danach angeblich durch das Video zu Ring The Alarm ausgelöste Krampfanfälle. Dass sie dann auch noch echte Babyalligatoren für ein Fotoshooting verwendet, hilft der ganzen Sache nicht wirklich und gehört zweifellos in die Kategorie „dumme Idee“.

All das führt dazu, dass man über alles spricht. Aber kaum über die Musik. Das ist ein großer Fehler, denn nach den bisweilen generischen R&B/Pop/Rap-Songs ihres Debüt ist B’Day eine fulminante Feier der alten Schule. Überwiegend mit Live-Instrumentierung eingespielt, feiert Beyoncé den Funk der Siebziger und den Rap der Achtziger und fühlt sich dennoch frisch, organisch, originär an. Aufgenommen in nur drei Wochen nach einem langen Urlaub, ist dieses zweite Album die erste konkrete Ausformulierung ihrer Vision, ihres Talents und ihrer Ansprüche auf den Thron.

Beyoncé nimmt in vier Studios gleichzeitig auf

Beyoncé hält den Aufnahmeprozess damals geheim und informiert lediglich ihren A&R-Manager Max Gousse sowie die Produzenten, die sie für die Zusammenarbeit an dem Album kontaktiert hat. Rich Harrison, Rodney Jerkins, Sean Garrett, Cameron Wallace, Neptunes, Stargate sowie Swizz Beatz arbeiten mit ihr simultan in allen vier Aufnahmestudios der Sony Music Studios in New York City. Wenn schon, denn schon. Während der Sessions tingelt Beyoncé von Studio zu Studio, um den Fortschritt ihrer Produzenten zu überprüfen. Klingt ein kleines bisschen nach Druck, nicht wahr? Aber man weiß ja wie das mit dem Druck und den Diamanten ist. „Es war definitiv ein Prozess, der an eine Fabrik erinnerte“, so einer der Produzenten. Effizient ist es aber eben auch, drei statt sechs Wochen stehen am Ende auf der Studiorechnung.


Das Album wird für viele Jahre Beyoncés befreiendstes Werk sein, das monumentalen Großereignissen wie Beyoncé (2013) und Lemonade (2016) den Weg ebnet. Und durch die starke visuelle Komponente der zahlreichen aufwändigen Musikvideos wirkt das Album wie ein Leuchtfeuer für alle großen Pop-Künstlerinnen nach ihr. Die Welttournee zum Album umfasst beinahe 100 Stopps, insgesamt verkauft sich B’Day über acht Millionen Mal, sogar einen Grammy gibt es dafür. 20 Jahre später zeigt das Album aber vor allem eines: Ihr Weg ganz nach oben ist alles andere als ohne Stolpersteine.

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