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Wer noch den passenden Soundtrack für herbstliche Abende am Kamin sucht, sollte nun gut aufpassen: aron! aus North Carolina teleportiert den Zauber von Frank Sinatra und anderen Traditional-Pop-Künstler:innen in die Gegenwart – und zwar auf der Jazz-Gitarre. Lest jetzt, was Hundewelpen damit zu tun haben.
Von der Spielkonsole zum Multiinstrumentalisten: Schon als aron! acht Jahre alt ist, entdeckt er durch das Videogame Guitar Hero seine Leidenschaft für die Musik. Klassischer Pop à la Frank Sinatra weckt seine Begeisterung, außerdem der Jazz von großen Künstler:innen wie Ella Fitzgerald. Nach der Schule steigt aron! komplett in die Musikwelt ein und studiert Klassische Komposition in seinem Heimatstaat North Carolina. Später wechselt er an die Uni in Miami, wo er auf Social Media aktiv wird und sich in kürzester Zeit eine eingeschworene Followerschaft aufbaut. Doch was genau macht den jungen Musiker aus dem Süden der USA so erfolgreich?
Die aktuelle EP von aron! im Circle Store:
aron!: Ein Musiker wie ein Safe Space
Wer für ein paar Minuten dem schnöden und manchmal beängstigenden Alltag entkommen möchte, ist mit den Songs von aron! bestens beraten. In seinen Texten geht es nicht um Kriege und Gesellschaftskritik, sondern um kleine Beziehungsgeschichten und manchmal auch einfach um Rührei auf Toast. Seine Stücke legen sich um seine Zuhörer:innen wie eine wohlig warme Decke und entführen in eine Zeit, in der (vermeintlich) vieles einfacher war. Dass es so nicht ist, vor allem nicht für bestimmte Bevölkerungsgruppen, wissen wir und das weiß auch aron!, doch in musikalischer Hinsicht schafft er mithilfe der Leichtigkeit des Traditional-Pop kleine Wohlfühl-Oasen.
Die fertigen Kompositionen erinnern zum Beispiel an Michael Bublé, von dem sich aron! optisch allerdings kaum mehr unterscheiden könnte. Während Bublé im dunklen Anzug auftritt, stets mit geordnetem Haarschnitt, trägt aron! Unterhemden und Oversize-Pullis, kombiniert sie mit bunten Flickenhosen und scheint ziemlich stolz auf seine unzähmbare Haarmatte zu sein. Dazu passt auch arons Einstellung zur Musik, die für altmodische Sänger und Entertainer wie Sinatra wohl mindestens befremdlich klingen würde: aron! ist der Überzeugung, dass er keine Songs komponiert, sondern bloß aufschreibt, was ihm das Universum zuspielt.
Cozy You (And Other Nice Songs): Bei aron! dreht sich alles ums Kuscheln
Auf der zweiten aron!-EP Cozy You (And Other Nice Songs) ist der Name Programm, wie er uns im Interview verrät: „Es geht darum, sich einzukuscheln und faul zu sein. Aber man könnte die EP auch bei einem Picknick hören oder in einem Buchladen oder beim Autofahren.“ aron! gelingt es auf bezaubernde Weise, den Klang des Herbstes einzufangen – so warm und behaglich wie eine Tasse Rotbuschtee am Kamin nach einer langen Fahrradtour durch ein Meer aus braunen Blättern. Vielleicht sagt es alles über ihn, was man wissen muss, dass er mit einem beliebig hohen Musikvideo-Budget einen Clip über eine Welpen-Poolparty umsetzen würde.
Die Inspiration für seine Musik bezieht aron! vor allem aus den 1930er-Jahren, als sein Lieblingsmusiker Frank Sinatra so alt war wie er jetzt ist. „Es ist einfach ein verrückter Gedanke, dass die Künstler, die solche Musik gemacht haben, auch einmal jung waren“, lacht er im Interview. Es sei als würde man jemanden im gleichen Alter treffen, der ähnliche Songs singe, wie man selbst. Eine Zeitreise in die Vergangenheit reizt aron! allerdings nicht, wie er erzählt. Viel spannender findet er die Frage, wohin sich die Popmusik in den nächsten zehn Jahren entwickeln wird. „Es gibt so viele Wege, die man gehen kann“, sagt er. Welcher seiner wird – das wird sich zeigen.