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Sind Wayf Boys die logische Konsequenz des Cortis-Hypes?
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Es ist natürlich fies, Newcomer gleich nach der ersten Single mit einer anderen, ebenfalls noch recht frischen Band zusammenzuschmeißen. Aber wer den Karrierestart der K-Pop-Band Wayf Boys beobachtet hat, kommt nun mal schnell zu dem Schluss, dass es eindeutige Parallelen zu Cortis gibt, die wir euch ja bereits im letzten Jahr ausführlich vorgestellt haben.
Aber der Reihe nach: Die koreanische Boyband Wayf Boys debütierte offiziell erst am 7. August. Die Member Andrew (22), Junmyeong (22), Anderson (21), Ryan (20) und Samuel (21) sind bei einer recht kleinen Produktionsfirma namens WAYF unter Vertrag, die 2025 vom Produzenten, DJ und CEO Czaer gegründet wurde, um ebenjene Wayf Boys auf den Weg zu bringen.
Er – dessen Name übrigens eine Referenz an den intelligenten Affen Caesar aus dem Planet der Affen-Reboot sein soll – ist der kreative Kopf der Unternehmung und hat kürzlich in einem Interview mit dem englischsprachigen Korea Herald ein paar spannende Dinge verraten.
Czaer sagt, er wolle mit den Wayf Boys K-Pop neu denken. Der catchy klingende, aber vielleicht etwas naheliegende Begriff „Nu K-pop“ ist ihm da schnell zur Hand. Man wolle nicht die nächste „5th-Generation-K-Pop-Band“ sein, sondern die „1st-Generation-Nu-K-Pop-Band“.
Tatsächlich ist er aber schon bei den Vorstellungsvideos und Teasern der einzelnen Member neue Wege gegangen. Die ersten Social-Clips zeigten nie die Gesichter der Mitglieder, sondern zoomten immer wieder auf punkige Cartoon-Figuren, die Bandmember Anderson designt hatte.
Punk Attitude meets K-Pop
Interessierten fiel derweil auf, dass man auch ein paar No-Gos im Bild hatte, die sich andere Rookie-Bands nicht hätten rausnehmen können: So sieht man in diesem Clip zum Beispiel ein Feuerzeug und E-Zigaretten.
@wayfboys just woke up #wayfboys #wayf #sundaymorning ♬ 오리지널 사운드 - wayfboys
Czaer sagte dem Korea Herald dazu: „Normalerweise wollen die Leute zuerst ihre Gesichter sehen, wenn eine K-Pop-Gruppe kurz vor dem Debüt steht. Wir aber haben sie versteckt.“
Man habe die Leute animieren wollen, darauf zu achten, was sie tun. Und das war eher das, was Musiker tun und nicht junge Idols: Statt die gewohnten, perfekt ausgeleuchteten Posen und Blicke zu liefern, sah man, wie die fünf jammen, singen, lachen, fluchen, kreativ sind.
Das Ganze hatte einen fast beiläufigen, dokumentarischen Stil, der das komplette Gegenteil von den Vorstellungsvideos ist, die man sonst aus dem K-Pop kennt. Später posteten Wayf Boys ein Video, in dem es so aussieht, als würden sich zwei Member prügeln.
Czaer meint dazu: „Wir haben gleich zu Beginn unsere Hosen runtergelassen. Wir wollten damit sagen: ‚Erwartet nichts Gewöhnliches von uns.’“ Die Gruppe werde keine Rolle einnehmen, man werde die Member so zeigen, wie sie sind. Und junge Männer fluchen nun mal auch und raufen miteinander.
„Diese Jungs werden in all dieser Freiheit sicher auch mal Fehler machen. Darum geht es eben, wenn man 20 ist“, findet Czaer. „Man macht Fehler, lernt daraus und wächst daran. Ich möchte den Fans immer wieder sagen: ‚Wir sind ganz normale Menschen. Wir sind in den Zwanzigern, genau wie ihr.‘ So wächst man eben.“ Wobei mit dem „wir“ wohl eher die Member gemeint sind, Czaer ist nämlich eher Anfang 40.
Mit dieser Attitüde sind Wayf Boys, wie bereits subtil in der Headline angedeutet, nicht ganz so neu. Auch bei Cortis stehen die Charaktere eher ungefiltert im Vordergrund; sind die Idols mehr Musiker als in anderen Bands. Das charmante und noch in Maßen ausgelebte Rüpelhafte, für K-Pop-Verhältnisse fast Punkige, zelebrieren sie ebenso.
Trotzdem zeigen der erste Song und das erste Video, dass die Wayf Boys Spaß machen und augenscheinlich Spaß haben. Und dass sie die Sache mit dem „Hose runterlassen“ wörtlich nehmen – das tun sie nämlich im Video. Die Musik dazu hat durchaus Punch, auch wenn sie nicht wirklich new, pardon „nu“ klingt: Mitspring-Rap mit melodischen Parts und viel Autotune, aber zeitgemäß produziert und mit spannenden Melodiebögen und Stimmen.
Das alles überzeugte auch bereits das erste Major-Label: Für die USA haben Wayf Boys schon vor dem Debüt einen Deal mit Interscope / Universal an Land gezogen. Die zweite Single steht auch schon bereit und hält das Niveau und den „Swag“.