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Foto: Michael Kovac/WireImage

Bob Dylan startet überraschend einen Patreon-Account

Es gibt Künstler:innen, die mit jeder neuen Veröffentlichung Erwartungen erfüllen. Und dann gibt es Bob Dylan, der sich diesen Erwartungen konsequent entzieht. Nun ist der Künstler nicht mehr nur in Paletten- und Bücherregalen zu finden, sondern auch auf der Plattform Patreon. Was dahintersteckt und was ihn zu dieser Entscheidung gebracht hat, ist nicht genau klar. 

Am 29. März kündigte Dylan über eine Instagram-Story ein neues Projekt an: einen Patreon-Account mit dem Titel Lectures From The Grave. Für fünf Dollar im Monat erhalten Abonnent:innen Zugang zu exklusiven Inhalten. Für einen Künstler seines Formats, der mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, sorgt dieser Schritt durchaus für Verwirrung. Denn Patreon steht als Plattform eher für Indie-Creator:innen, die dadurch von ihren Fans ganz direkt unterstützt werden können. 

Zwischen Archiv und Experiment

Zum aktuellen Zeitpunkt umfasst Dylans Account sechs Beiträge. Den Auftakt bildet ein Video einer Performance von Mahalia Jackson. Es folgen mehrere Audio-Essays über historische Figuren wie Aaron Burr, Frank James und Wild Bill Hickok. Auffällig ist, dass diese Beiträge offenbar von einer KI-generierten Stimme vorgetragen werden.

Darüber hinaus findet sich auf dem Account die Reihe Letters Never Sent. Der erste Beitrag präsentiert einen fiktiven Brief von Mark Twain an Rudolph Valentino. Die historisch unmögliche Konstellation legt nahe, dass hier bewusst mit literarischer Fiktion gearbeitet wird. Der Text wurde unter dem Pseudonym Herbert Foster veröffentlicht.

Offene Fragen zur Autorschaft

Ein weiterer Beitrag trägt den Titel Bull Rider und ist als Kurzgeschichte angelegt. Als Autor wird Marty Lombard genannt. Der Text erzählt von einem Mann, der sich auf den Weg zu einem Rodeo in Texas macht, um sich im Bullenreiten zu versuchen. Stilistisch arbeitet die Geschichte mit bildhaften Beschreibungen und zahlreichen Vergleichen.

Unklar bleibt, inwieweit Dylan selbst als Autor hinter diesen Texten steht oder ob es sich um eine kuratierte Sammlung handelt. Auch der mögliche Einsatz von Künstlicher Intelligenz trägt zur Uneindeutigkeit des Projekts bei.

Verwirrung unter Fans

In sozialen Medien reagieren viele Fans überrascht auf das neue Angebot. Insbesondere die Kombination aus Dylan als Literaturnobelpreisträger und der Nutzung von KI sorgt für Irritation und Diskussionen. Was es genau mit dem Patreon-Account auf sich hat, werden uns hoffentlich die kommenden Postings von Bob Dylan zeigen. 

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