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 Gary Miller/Getty Images

Bob Dylan über das Alter: „Die Uhren holen dich nicht mehr ein“

Die New York Times hat zum 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump eine Handvoll bekannter, älterer Künstler:innen gefragt, was das Gute und das Schlechte am Achtzigsein ist – und ob sie dem Präsidenten etwas raten würden. Bob Dylan, 85, hat geantwortet. Das klingt unglaublich, da Dylan sonst ja eher zu allem schweigt und sich nur alle heiligen Zeiten mal zu Wort meldet – aber diesmal hat His Bobness es wirklich getan.

Bob Dylan: Das beste und schlimmste am Ü80 sein

Das Beste an dem Alter? „Du überlebst die Uhren, die dich gejagt haben“, schreibt Bob Dylan. „Es ist die Befreiung von der Lüge, dass irgendetwas je unter Kontrolle war. Du jagst der Parade nicht mehr nach. Du bist ein alter König aus einem verschwundenen Land. Du bist schwerer zu programmieren.“ Und: Man werde nicht mehr von dem verfolgt, was man getan habe. Sondern davon, wie wenig davon wirklich so gemeint war, wie man dachte.

Das Schlechteste? „Die Welt bewegt sich weiter, ohne zu fragen.“ Das Herz will noch Ja sagen. Der Körper sagt: das haben wir schon gemacht. Und nichts überrascht einen mehr – was sich anhört wie ein Luxus, es aber nicht ist. Die Illusionen sind aufgebraucht. Die Menschen behandeln einen wie jemanden, der entweder etwas gelöst oder etwas verloren hat. „Beides stimmt nicht“, so Bob Dylan.

Bob Dylan: „Wir sind es, die sich bewegen“

Melancholisch fährt Bob Dylan dann fort: „Man findet am Ende ein Verständnis von etwas, das alles hätte verändern können – wäre es zu einem Zeitpunkt gekommen, als noch etwas zu verändern gewesen wäre.“ Und dann dieser eine Satz: „Wenn man jung ist, glaubt man, die Zeit bewegt sich vorwärts. Mit achtzig weiß man, dass sie stillsteht. Wir sind es, die sich bewegen.“

Nicht nur Bob Dylan wurde befragt. Liza Minnelli, die in diesem Jahr selbst 80 wird, schreibt über das Aufhören, sich um Zustimmung zu bemühen. „Du weißt, wer du bist, was du liebst und was zählt.“ Der Lärm wird leiser, die Musik klarer. Was übrigbleibt, nennt sie Freude – „nicht die Art, der man nachjagt. Die Art, die man erkennt, die man festhält und für die man Danke sagt“.

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