Lenny Kaye veröffentlicht am 29. Juli sein erstes offizielles Soloalbum. Goin' Local erscheint nach mehr als fünf Jahrzehnten an der Seite von Patti Smith – und kommt für den 79-Jährigen selbst einer späten Neuerfindung gleich. Das berichtet der Rolling Stone in einem Porträt von Brian Hiatt.
Debütalbum mit 79
Kaye ist als Gitarrist der Patti Smith Group bekannt, hat Bücher geschrieben, Künstler wie Suzanne Vega produziert und 1972 die einflussreiche Garagenrock-Kompilation Nuggets zusammengestellt. Songs zu schreiben, sei für ihn nie Priorität gewesen, sagt er dem Rolling Stone – zu viel anderes stand im Weg.
Stilistisch entfernt sich Goin' Local vom Garagenrock, für den Kayes Name bis heute steht. Die Platte verbindet Downtown-Rock mit ruhigen, melodisch eingängigen Songs, die an die Zärtlichkeit früher Singer-Songwriter erinnern. Auf dem mittelschnellen Solstice singt Patti Smith mit. Als Referenzpunkte nennt Kaye im Gespräch mit dem Rolling Stone unter anderem Townes Van Zandt und Alejandro Escovedo.
Infos zum Album
Ganz neu ist nicht alles: Sechs Tracks entstanden bereits in den 2010er-Jahren in Sessions mit Patti-Smith-Group-Bassist Tony Shanahan, vollendet wurden sie vor zwei Jahren in einem Studio nahe Kayes Wohnort in Pennsylvania. Auch das Solodebüt-Etikett verdient einen Zusatz – 1984 veröffentlichte Kaye unter dem Bandnamen Lenny Kaye Connection bereits das härtere I've Got A Right. Der Gitarrist von Patti Smith selbst bezeichnet Goin' Local dem Magazin gegenüber als sein Solodebüt „für dieses Jahrtausend".
Der Abschlusstrack Yes I Will trägt Texte von Kayes verstorbenem Onkel Larry Kusik, dem Hollywood-Lyricisten von Speak Softly Love (The Godfather) und A Time for Us (Romeo und Julia, 1968). Im Frühjahr spielt Kaye akustische Soloshows, unter anderem mit Dave Alvin und Jimmie Dale Gilmore.