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Foto: hapabapa

Tidal entscheidet: KI-Musik darf kein Geld mehr mit Streams verdienen

Der Streaming-Dienst Tidal schiebt KI-generierter Musik einen Riegel vor. Diese Inhalte sind auf der Plattform zwar immer noch größtenteils erlaubt, allerdings können sie nicht mehr monetarisiert werden. Zudem werden KI-Inhalte auf Tidal von nun an gekennzeichnet.

Keine Tantiemen an KI

Es geht weiter im Kampf gegen die Flut an KI-Musik. Tidal beweist, dass es diesen Kampf entschlossener angeht als Konsorten wie Spotify; wenn auch nicht so radikal wie Bandcamp, wo alle KI-generierten Inhalte gänzlich von der Plattform verbannt werden. Was Tidal tut, ist aber ein richtiger Schritt: Der Streaming-Dienst hat beschlossen, dass KI-generierte Musik dort ab jetzt nicht mehr monetarisiert werden kann. Heißt, die Personen oder Unternehmen dahinter können über die Tidal-Streams kein Geld mehr damit verdienen.

Das gilt für Inhalte, die als „vollständig durch KI erzeugt“ identifiziert wurden, so Tidal. Zudem werden KI-generierte Uploads „von der Monetarisierung durch direkte Fan-Interaktionen ausgeschlossen“, erklärt Tidal weiter. Diese Direct-to-Fan-Funktion bedeutet, dass man als Künstler:in auch seine Musik zum Download auf Tidal verkaufen kann, wobei das Geld zu 90% an die Künstler:innen und zu 10% an die Plattform geht.

Kennzeichnung von KI-Musik, Entfernung von Nachahmer:innen

KI-generierte Inhalte werden zwar nicht von Tidal gelöscht, aber mit einem Abzeichen neben dem Titel gekennzeichnet, sodass Nutzer:innen es direkt erkennen. Zudem schreibt der Streamingdienst: „Wir dulden keine KI-generierte Musik, die die Musik, den Namen oder das Bild einer Person oder einer Gruppe ausnutzt, die Hörer:innen täuscht oder die Qualität unseres Dienstes beeinträchtigt. Ab Mitte Juli wird KI-generierte Musik, die mit betrügerischen Aktivitäten in Verbindung steht, auf unserer Plattform blockiert oder entfernt. Zu betrügerischen Aktivitäten zählen (unter anderem) KI-generierte Musik, die darauf abzielt, Hörer:innen zu täuschen, echte Künstler:innen und deren Publikum zu beeinträchtigen oder die mit massenhaften Uploads oder ungewöhnlichen Streaming-Aktivitäten einhergeht.

Warum ist das Monetarisierungsverbot so wichtig?

Das Monetarisierungsverbot bekämpft – zumindest auf Tidal – eines der größten Probleme, das KI-generierte Inhalte mit sich bringen: nämlich, dass diese Inhalte den echten Künstler:innen das Geld wegnehmen. Man muss sich das so vorstellen: Streaming-Plattformen wie Spotify oder Tidal schöpfen das Geld, das sie den Künstler:innen zahlen, gewissermaßen aus einem großen Topf. Alle Profile, die Inhalte hochladen, haben also einen Anteil aus diesem gemeinsamen Topf. Wenn nun aber zahllose KI-generierte Profile Inhalte hochladen, nehmen diese einen immer größer werdenden Anteil ein. Währenddessen bekommen die echten Künstler:innen immer weniger Geld, weil sie sich den Topf mit mehr Konkurrenz teilen müssen, die zudem extrem schnell große Massen an Inhalten erschaffen kann.

Tidal erkennt die vielen Probleme, die KI-Musik mit sich bringt, an. So heißt es im Statement: „Ganz gleich, was Sie anderswo lesen: Die Übernahme der Musikbranche (und Ihrer Empfehlungen) durch KI ist nicht unvermeidlich, wenn wir jetzt noch entschlossenere Schritte unternehmen, um sie zu überwachen und zu kontrollieren.“

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