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Ikkimel im ZDF Morgenmagazin – wer hätte gedacht, dass das für Diskussion sorgen könnte? Der Auftritt vor einem verwirrten Publikum wurde online zum Futter für Jubel, Belustigung und heftige Kritik. Das ZDF reagiert darauf aber, ohne etwas zu bereuen.
Dieser Auftritt war diese Woche eine der größten Schlagzeilen der deutschen Musikwelt: Ikkimel live im ZDF Morgenmagazin. Was schon auf dem Papier absurd klingt, endete natürlich auch so: eine sichtlich amüsierte Ikkimel und ein irritiertes Publikum zwischen Schulklasse, Spießertum und Rente. Der verhaltene Applaus brauchte einen Augenblick länger zum Starten. Ob man nun Fan von Ikkimel ist oder nicht, es war auf jeden Fall ein ikonischer Moment.
„Popkulturelle Phänomene abbilden“ ist Mission des „MoMa“
Während manche gerade dieses Aufeinandertreffen von Welten feierten, beschwerten sich natürlich auch einige – nicht nur die von Ikkimel besungenen Fußballmänner. Von verschiedenen Seiten hieß es: Zu explizite Texte fürs Fernsehen, schlechtes Vorbild für die Kinder im Publikum, stumpfe Musik, gar Männerhass – dafür zahle man nicht seinen Rundfunkbeitrag! In einer Stellungnahme für die BILD reagiert das ZDF nun auf die Kritik, scheint aber nichts zu bereuen.
„Ikkimel wurde im Rahmen der aktuellen Fußballberichterstattung ins ZDF-Morgenmagazin eingeladen“, heißt es von Seiten des ZDF. „Ihr Song greift das Thema Fußball aus einer popkulturellen Perspektive auf und hat insbesondere bei jungen Menschen große Aufmerksamkeit erhalten. Das ZDF-Morgenmagazin bildet solche gesellschaftlichen und popkulturellen Phänomene regelmäßig ab.“
@vitamin_gesund Gebührenfinanzierte Bühne im ZDF-Morgenmagazin – für Ikkimel. Eine Künstlerin, die immer wieder mit provokanten Aussagen über Männer polarisiert, bekommt einen Auftritt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen – vor einem Publikum, in dem auch Kinder und Jugendliche sitzen. Die eigentliche Frage ist nicht, ob man ihre Musik mögen muss. Sondern: Welche Botschaft soll mit Gebührengeldern vermittelt werden? Würde man dieselbe Gelassenheit zeigen, wenn sich die Texte pauschal gegen Frauen richten würden? Öffentlich-rechtlicher Rundfunk sollte verbinden statt spalten. Oder wird hier eine gesellschaftspolitische Agenda gefördert? Darüber sollte man zumindest diskutieren. #ikkimel #feminismus #männer #kritik #gesellschaftskritik ♬ Originalton - Vitamin G
Provokation, Kunst, Fußball
Im Song Fußballmänner geht es oberflächlich darum, dass Ikkimel einen älteren, typisch deutschen Fußballfan verführt. Alles natürlich recht explizit und mit verspielten Doppeldeutigkeiten versehen: „Lattenkracher, Mertesacker, Tiki-Taka in ’nem Tanga“. Dabei macht sich der Song aber auch über diesen Teil der deutschen Kultur lustig. Viele scheinen davon eher beleidigt zu sein: „Fußballmänner, alles Penner / Bierbauch, Bratwurst, lecker-schmecker“. Wenn Ikkimel dabei auf der Bühne auch noch unverhohlen das Rentner:innen-Publikum antanzt, ist alles vorbei.
Schon in der MoMa-Ausgabe erklärte Moderator Andreas Wunn vor Ikkimels zweitem Auftritt des Tages also: „Liebe Fußballmänner, nicht beleidigt sein! Das ist Provokation und Kunst und trifft gerade so richtig einen Nerv bei der Generation Z.“