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10 Jahre „Dangerous Woman“: Der schwierige Weg zu Ariana Grandes Trademark-Album

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Ein Megastar ist Ariana Grande längst, als sie 2016 ihr drittes Album Dangerous Woman veröffentlicht. Sie muss jedoch einiges hinter sich bringen, bis daraus ihre Signature-Platte wird. Und sich wenige Monate nach der Veröffentlichung ihrer schwersten Prüfung stellen.

Es gibt eigentlich keine Zeit, in der Ariana Grande kein Star war. Nickelodeon macht sie jung berühmt, viel zu jung, wie sie später anklagend ausführen wird. Direkt danach geht es los mit der ganz großen Popkarriere. Ihre ersten beiden Alben Yours Truly und My Everything machen sie zum Phänomen, Hits wie The Way oder Break Free öffnen ihr Tür und Tor in den Olymp. Die Frage ist nur: Schafft sie es, hindurchzugehen? Darüber entscheidet nach landläufigem Musikbiz-Gassenwissen Album drei. Das Make-It-Or-Break-It-Album.

Dangerous Woman und mehr von Ariana Grande auf Vinyl:

Ariana und die Donuts

Die Vorzeichen stehen zunächst nicht sehr gut. Da gibt es auf einmal den Donutgate-Skandal, bei dem Überwachungsaufnahmen Grande dabei filmen, wie sie Donuts in einem Schaufenster ableckt und „Ich hasse Amerika“ skandiert. Ein gefundenes Fressen für die Klatschpresse. Da muss natürlich recht schnell Material her, um wieder über das zu sprechen, was wirklich zählen soll: die Musik. Doch die Vorab-Single Focus fällt glatt durch. Zu uninspiriert, meinen Kritiker:innen und Publikum, zu nah an Problem, ihrem ersten großen Hit.

Das dürfte Ariana Grande richtig wütend gemacht haben. Sie ist eine, die sich nie wiederholen, nie stehenbleiben und sich immer weiterentwickeln will. Wenn ihr Team dann also über ihren Kopf hinweg eine solche Entscheidung trifft, sorgt das natürlich für direkte Worte. Die Folge: Man schwenkt auf den überraschend rockigen Song Dangerous Woman um und lässt sie sich abermals neu erfinden. Selbstbewusster wirkt sie, auch bewusster sexy. Oder, in ihren eigenen Worten: „Eine 22-Jährige findet zu sich selbst, während sie versucht, das Erwachsenwerden, die Liebe und jede Menge anderen Quatsch unter einen Hut zu bringen.“

Düsterer, verführerischer, reifer

Die Transformation hat begonnen. Aber der Erfolg, der stellt sich diesmal nicht sofort ein. Die Single ist ein Sleeper, braucht, um aufzutauen, tut es aber dann so richtig und ist heute einer ihrer absoluten Signature-Songs. Er nimmt vorweg, dass wir es hier mit einer neuen Ariana Grande zu tun haben, mit einer, die eben mehr kann als den Bubblegum-Pop in grellen Nickelodeon-Farben. Wie die Single, tut sich auch das gleichnamige Album nach Erscheinen zunächst schwer. Längst ist es in den USA ihre bestverkaufte Platte, was ja auch für das Potential und die Klasse der Songs spricht. „Es klingt immer noch nach mir, aber es fühlt sich wie eine reifere, weiterentwickelte Version an“, so sagt sie 2016 selbst. „Es ist eine gelungene Mischung aus R&B- und Pop-Elementen. Das gesamte Werk ist etwas düsterer, verführerischer und reifer.“

Dennoch: Es ist ihr erstes (und bislang einziges) Album, das nicht auf Platz eins debütierte und das Jahr mit weniger als einer Million verkauften Exemplaren abschloss. Wie also wuchs sein Ansehen so sehr, dass viele Kritiker:innen und Fans es heute als ihr Trademark-Album schlechthin ansehen? Weil sie gezeigt hat, dass sie mehr ist als eine Popkünstlerin, die sich auf diese eine Formel verlässt, die funktioniert. Weil sie die Zügel gern selbst in die Hand nimmt und ihres eigenen Glückes Schmiedin ist. Das zeigt sich auch daran, dass sie sich im Vorfeld der Veröffentlichung von ihrem langjährigen Manager Scooter Braun trennt – wenn auch nur vorübergehend.

Super Bunny gegen den Rest der Welt

Kurz gesagt: Es gab hinter den Kulissen jede Menge Ärger, Druck und Unsicherheiten. Und das an einem entscheidenden Punkt in ihrer Karriere. Das macht Dangerous Woman nur noch beeindruckender. Natürlich liegt das auch an einem schlagkräftigen Team von Hitmachern wie Max Martin, vor allem aber eben an dieser spannenden Mixtur aus Pop, R&B, Reggae und House. Ariana Grande läuft keinem damaligen Trend hinterher, sondern vertieft ihren eigenen Pfad. Und der heißt eben: Glaube an dich selbst. Das spiegelt sich auch im ikonischen Artwork, das Grande mit mit Latex-Hasenohren zeigt – ihr Alter Ego, die Superheldin Super Bunny. „Immer wenn ich an mir selbst zweifle oder Entscheidungen hinterfrage, von denen ich tief in meinem Innersten weiß, dass sie richtig sind – nur weil andere mir etwas anderes sagen –, frage ich mich: ‚Was würde diese coole Super Bunny tun?‘ Sie hilft mir dabei, die Entscheidungen zu treffen“, sagt sie.

Dangerous Woman ist aber auch noch aus einem tragischen anderen Grund eine Besonderheit in ihrer Diskografie. Auf der Tournee zum Album im folgenden Jahr werden am 22. Mai 2017 22 ihrer Fans bei einem Terroranschlag in Manchester getötet. Ein solch traumatisches Ereignis hätte eine junge Künstlerin wie sie dazu veranlassen können, alles abzubrechen. Doch Grande handelt und veranstaltet One Love Manchester, ein mit Stars gespicktes Benefizkonzert für die Opfer. Und macht weiter. Weil das manchmal das einzige ist, das hilft.

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