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Foto: Rob Kim/Getty Images for Global Citizen

Das sind alle 10 offiziellen FIFA-WM-Songs der Fußballgeschichte - von 1990 bis 2026!

Obwohl es die FIFA-Fußballweltmeisterschaften schon seit 1930 gibt, entschloss man sich 60 Jahre später dazu: Wir brauchen auch jedes Mal einen offiziellen Song für die WM! In unserer Liste stellen wir all diese WM-Songs (mittlerweile zehn Stück) vor, allerdings nicht die FIFA-Hymnen. So stimmen wir uns schon mal auf die diesjährige WM in Nordamerika ein und machen eine Zeitreise durch die verschiedenen Gesichter der Popwelt.

1990: Un’estate italiana – Edoardo Bennato & Gianna Nannini

Der allererste dieser Songs stammte aus der Feder der italienischen Disco-Legende Giorgio Moroder, der sicherheitshalber auch noch eine eigene Version auf Englisch herausbrachte. Dafür, dass Un’estate italiana im Jahr 1990 veröffentlicht wurde, klingt er so enorm nach den 80ern, wie es nur geht: sämtliche künstlich klingende Drum-Machines, Sci-Fi-artige Synthesizer, übertriebene Glam-Rock-Gitarren – wie eine vage Idee dessen, was Queen für viele Leute war. Hymnisch und feierlich klingt er aber auf jeden Fall; für so einen Anlass also ideal, und vielleicht deswegen noch so nostalgisch und beliebt bei vielen.

1994: Gloryland – Daryl Hall & Sounds of Blackness

Daryl Hall, genau, das ist der eine von Hall & Oates. Die ihn hier begleitenden Sounds of Blackness klingen vom Namen her zugegebenermaßen eher wie ein Metal-Label, sind aber ein Gospel-Chor aus Minneapolis. Gloryland basiert auch auf traditionellem Gospel und paart das mit dem überhöhten Pop-Pathos, den ein FIFA-Song braucht. Daryl Hall, der selbst früher in einem Gospelchor seine Gesangskarriere startete, war daher froh über die musikalischen Welten, die so aufeinander trafen. Über die Ehre, einen WM-Song singen zu dürfen, sagte er damals: „Ich finde es großartig, wenn sich die ganze Welt auf ein einziges Ereignis konzentriert – doch ich trete genau gleich auf, egal, ob das Publikum aus hundert oder hundert Millionen Menschen besteht.“

1998: La Cope de la Vida (The Cup of Life) – Ricky Martin

La Cope de la Vida ist einer dieser WM-Songs, der eine Karriere erheblich veränderte. Noch bevor sein größter Hit Livin La Vida Loca erscheinen sollte, hatte Ricky Martin mit Songs wie María auf sich aufmerksam gemacht. Auch bei der FIFA weckte das das Interesse, diesen aufstrebenden Puertoricaner für einen WM-Song zu rekrutieren – der richtige Riecher: Mit seinem energiegeladenen Sound und Latin-Flavour katapultierte La Cope de la Vida Ricky Martin noch höher und erfüllte seine damalige Mission: „den ganzen Globus zum Tanzen und Singen auf Spanisch bringen.“ Das dazugehörige Album Vuelve ging im gleichen Atemzug durch die Decke und gilt immer noch als eines der meistverkauften Latin-Alben aller Zeiten.

2002: Boom – Anastacia

Für Boom arbeitete Anastacia mit Glen Ballard zusammen, dem Mann, der unter anderem an Alanis Morissettes Album Jagged Little Pill mitgeschrieben und produziert hatte. Diesen Einfluss hört man deutlich: Boom klingt wie eine Mischung aus Alanis Morissette, 90er-Dance-Pop, Classic Rock und der mainstreamigsten Interpretation von Primal Scream. Weniger pathetisch und dramatisch als die WM-Songs zuvor und nun, mit dem Abstand von 24 Jahren, einer der musikalisch spannenderen WM-Songs – wenn auch keiner, der so im Kopf blieb wie manche andere. Das Musikvideo wiederum ist wunderbar Jahrtausendwende-typisch, mit tanzenden und fußballspielenden Menschen, die – scheinbar von Alien-Hand – in einen pseudofuturistischen Konzertsaal gebeamt werden.

2006: The Time of Our Lives – Il Dive feat. Toni Braxton

Als Kartoffel wird man in Gedanken an das Sommermärchen 2006 einige Lieder im Kopf haben: Zeit, dass sich was dreht von Herbert Grönemeyer (die offizielle FIFA-Hymne damals); dieser eine Song mit den vielen Zahlen von Sportfreunde Stiller – und ja, sogar Dieser Weg (WM Version) von Xavier Naidoo. All diese überschatten hierzulande den eigentlichen offiziellen FIFA-Song 2006, denn das war The Time Of Our Lives – ein schmalziges Stück Opern-Pop, das überraschend mediterran klingt. Gut, dass $oho Bani sich den Grönemeyer-Song zum Covern geschnappt hat und nicht diesen.

2010: Waka Waka (This Time for Africa) – Shakira feat. Freshlyground

Ein Song mit einem Guinness-Weltrekord: Waka Waka ist der meistgestreamte FIFA-WM-Song aller Zeiten. Nicht allzu verwunderlich, wenn man bedenkt, wie oft man diesen Song noch im Radio hört, auch abseits von Fußballmeisterschaften. Waka Waka scheint diesen Fußball- und 2010-Kosmos überschritten zu haben – dabei verweist er doch so vehement auf das damalige WM-Austragungsland Südafrika: in den afropoppigen Rhythmen und Gitarren, dem Songtitel (na gut, der stammt tatsächlich aus Kamerun) und dem Feature der südafrikanischen Gruppe Freshlyground. Doch am Ende zählt für seinen Hit-Status vor allem der Name Shakira und der pure Ohrwurm.

2014: We Are One (Ole Ola) – Pitbull feat. Jennifer Lopez & Claudia Leitte

Die damals omnipräsenten Pitbull und Jennifer Lopez für einen WM-Song zusammenzutun, war schon mal eine gute Prämisse für Erfolg. Um dem Ganzen noch mehr Elemente des Gastgeberlandes zu geben, wurde dann noch die brasilianische Sängerin Claudia Leitte für 15 Sekunden eingeladen. Manchen Hörer:innen fehlte in We Are One (Ole Ola) dennoch der brasilianische Anteil, weswegen es eine weitere Version des Songs gibt, mit der brasilianischen Percussion-Gruppe Olodum. Dieser Mix wurde schließlich die Version des Songs, die auch im Musikvideo auftritt – natürlich mit Szenen des Karnevals, allerdings nicht in Rio de Janeiro, sondern in Florida geschossen.

2018: Live It Up – Nicky Jam feat. Will Smith & Era Istrefi

Mit Produktion von EDM-Star Diplo verfolgt Live It Up einen Sound, der vor allem zum Tanzen animiert. Weder der Reggaeton-Beat noch das Feature von Will Smith wären zwar das erste, an das man bei einer WM in Russland denken würde, aber Live It Up scheint verschiedene Zielgruppen abdecken zu wollen – ergibt bei einem globalen Event ja auch Sinn. Dennoch kam der Song in den Kritiken nicht so gut weg: Manche sagten, der Song klinge generisch und forciert, andere kritisierten, dass die Realität in Russland wahrscheinlich recht anders aussähe als die farbenfrohen, ausgelassenen Partyszenen im Musikvideo. Dieses ist aber mittlerweile auch nicht mehr offiziell online.

2022: Hayya Hayya (Better Together) – Trinidad Cardona, Davido & AISHA

Egal, wie beliebt der Song bei manchen Fans gewesen sein mag, die Kontroverse um die WM 2022 in Katar überschattete vieles drumherum. Da einige Fußballfans die Weltmeisterschaft boykottierten, ging der Song hierzulande unter und landete nicht in den Charts. Dabei gab es 2022 sogar wieder ein ganzes WM-Soundtrack-Album, das einige verdrängte Überraschungen bereithält. So war etwa eine mystische Kollaboration dabei, die nicht mal Feature-Dompteur DJ Khaled sich in seinen kühnsten Träumen erdenken würde: ein gemeinsamer Song von Tears For Fears und Lil Baby, der als offizielle Budweiser-Hymne veröffentlicht wurde – Prost!

2026: Dai Dai – Shakira feat. Burna Boy

Seit Waka Waka gilt Shakira für viele als die Königin der WM-Songs. Sie für einen Song zurückzuholen, klingt also nur logisch. Durch das Feature von Burna Boy gewinnt der Song einen zusätzlichen Afrobeat-Einfluss, der die Multikulturalität des Songs betont. Dai Dai enthält zudem Texte in fünf Sprachen: Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch und Japanisch. So verkündet der Refrain in all diesen Sprachen die Botschaft: „Los geht’s!“ Nicht nur Shakira und Burna Boy, sondern unter anderem auch Ed Sheeran oder Jon Bellion schrieben daran mit.

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