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30 Jahre Lorde: Neuseelands Pop-Queen und ihre ikonischsten Songs
Mit sechs Jahren macht Lorde auf Anraten ihrer Lehrer einen Test. Das Ergebnis: Hochbegabung. Sie hätte alle möglichen Laufbahnen einschlagen können, Wissenschaftlerin werden können, Professorin, was auch immer. Doch ihre erste Liebe ist die Musik. Und die lässt sie nicht los. Schon als Teenagerin wird sie von Universal Music entdeckt, schreibt bereits mit 15 eigene Songs. 15 Jahre später ist sie einer der prägenden Popstars ihrer Generation. Eine Pop-Professorin also, eine Ikone. Hier kommen die zehn ikonischsten Songs von Ella Marija Lani Yelich-O’Connor alias Lorde.
Lorde im Circle Store:
Royals (2013)
Es ist ja nicht immer einfach mit Vorschusslorbeeren. Bei Lorde waren die Erwartungen von Anfang an so hoch, dass es eigentlich unmöglich war, sie zu erfüllen. Eigentlich: Schon ihre allererste Single Royals wird zum modernen Klassiker. Drei Minuten und zehn Sekunden braucht Lorde 2013, um zum weltweiten Phänomen zu werden – mit einem lockeren, elektronischen Art-Pop-Song, der gleich zwei Grammys abräumt, eine der erfolgreichsten Singles aller Zeiten und eine Millennial-Hymne wird.
Tennis Court (2013)
Der Opener ihres Debüts Pure Heroine entsteht einige Monate nach ihren ersten großen Erfolgen und reflektiert ihre Erfahrungen mit Ruhm, Öffentlichkeit und Medieninteresse. Das Video ist ein herrlicher One-Take, der Song hat eine wunderbar dräuende Dunkelheit, die unter dem eigentlich flockigen Beat liegt und an eine frühe Lana Del Rey denken lässt.
Everybody Wants To Rule The World (2013)
Für den Film The Hunger Games zeigt Lorde schon ganz zu Beginn ihrer Karriere, was für ein Generationentalent sie ist. Sie verwandelt den Nummer-eins-Hit von Tears For Fears in eine düstere, einnehmende, ahnungsvolle Ballade, die zugleich bewegt, einschüchtert und beeindruckt.
Yellow Flicker Beat (2014)
Hunger Games, Teil zwei: Auch The Hunger Games: Mockingjay macht vieles richtig. Es ist das definierende Film-Epos seiner Generation, was auch am exzellent kuratierten Soundtrack liegt. Allen voran thront Lorde mit den mächtigen, beschwörenden Beats von Yellow Flicker Beat. Dieses Pop-Monument bekommt völlig zurecht eine Golden-Globe-Nominierung und passt perfekt zur dystopischen Stimmung des Films.
Green Light (2017)
Lorde lässt sich Zeit für ihr zweites Album. Vier Jahre vergehen, ehe sie sich mit Melodrama zurückmeldet. Aber wie: Gemeinsam mit Jack Antonoff erschafft sie ein Album, das Freischwimmen, Neuanfang und Verfeinerung in einem ist. Erster Vorgeschmack ist damals Green Light, eine mitreißende Single, die ebenso bissig wie ansteckend ist und sich in der zweiten Hälfte in einen euphorischen Sog wandelt.
Hard Feelings/Loveless (2017)
Breakup-Songs schreibt Lorde mehr als einen. Vielleicht ist das hier ihr bester. Der Song kommt in der Mitte ihres zweiten Albums und besticht durch besonders brutale Ehrlichkeit und ein regelrechtes Sezieren ihres Innenlebens. Für einen Popstar, die von Anfang an tief in ihr Innerstes blicken lässt, heißt das natürlich was. Der Song nimmt nach den verschleppten, nachdenklichen Beats der ersten Hälfte eine scharfe Wendung und vertont dieses absolute Chaos einer Trennung dann mit nervösem Flackern. Pure Ambivalenz.
Supercut (2017)
In krassem Gegensatz dazu steht Supercut – ein strahlender Dance-Pop-Song, der bei allem Glitzern dennoch voller Schmerz ist. Lorde entscheidet sich hier einfach, sich an die guten Momente einer Beziehung zu erinnern – eine Montage, eine Zusammenfassung verblichenen Glücks.
Solar Power (2021)
Aus irgendwelchen unverständlichen Gründen wurde Lordes Hippie-Traum Solar Power 2021 mit deutlich weniger Begeisterung und eher lauwarmen Reaktionen aufgenommen. Können wir nicht nachvollziehen: Lieder wie der Titelsong sind herrliche, freiheitsliebende Oden zwischen Psych Pop und Indie Folk. Klar klingt das alles deutlich anders als davor. Aber Lorde ist eben eine Künstlerin, die wächst, die sich entwickelt. Evolution, baby!
Girl, So Confusing (Remix) (2024)
Girl, So Confusing (Remix) von Lorde und Charli xcx wurde zu einer der Freiheitshymnen des Brat-Sommers. Der Track beleuchtet die chaotischen Gefühle hinter weiblicher Freundschaft und Rivalität im Rampenlicht. Das Spannende: Ursprünglich von Charli xcx über ihre komplizierten Gefühle gegenüber Lorde geschrieben, fängt der Song den Druck ein, dem Frauen ausgesetzt sind, wenn sie in der Öffentlichkeit ständig miteinander verglichen werden. Lordes zusätzlicher Vers im Remix verwandelt den Song in einen seltenen Moment gegenseitiger Reflexion. Es ist kein Diss-Track, sondern ein Aufruf zu Ehrlichkeit und Empathie unter Frauen.
Man Of The Year (2025)
Lorde hält ihren Vierjahresrhythmus aufrecht und veröffentlicht 2025 ihr viertes Album Virgin. Auf ihm kehrt sie zum elektronischen Sound ihrer frühen Tage zurück, klingt aber deutlich desillusionierter und mehr Industrial als auf Pure Heroine. Eine Downtempo-Ballade wie Man Of The Year zeigt das besonders anschaulich: Ihre Stimme schwebt über düsteren Soundscapes, die so einnehmend wie verstörend sind.