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Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Mark Baker

„F**k you, I won’t do what you tell me“: Wie Rage Against The Machine Rodney King mit „Killing In The Name“ ein Denkmal setzten

Es ist eine der berühmtesten Textzeilen des Pop: „F**k you, I won’t do what you tell me“ schreien Rage Against The Machine im Jahr 1992 in die Welt hinaus und prangern mit ihrem Song Killing In The Name die Polizeigewalt in den USA an. Die traurige Inspiration für die Nummer liefert ein Vorfall, der sich ein Jahr zuvor ereignet.

Am 3. März 1991 wird der Afroamerikaner Rodney King in Los Angeles von mehreren Polizisten brutal zusammengeschlagen. Der Eskalation voraus ging eine Verfolgungsjagd, weil King unter Drogeneinfluss Auto gefahren und vor einem Streifenwagen geflüchtet war. Als er gestellt wird, zahlt er dafür einen hohen Preis. Sogar als er schon längst am Boden liegt, lassen die mutmaßlichen Gesetzeshüter nicht von ihm ab und treten weiter auf ihn ein, brechen ihm unter anderem das Bein. Ein Anwohner filmt die Szene und plötzlich ist für die ganze Welt sichtbar, was viele ohnehin längst wissen, aber selten beweisen konnten: strukturelle Gewalt, rassistische Übergriffe, Machtmissbrauch, auch auf der Seite des Gesetzes. Die Amateuraufnahme wird zum Auslöser der Unruhen in Los Angeles 1992 – und des größten Hits von Rage Against The Machine.

Hier gibt's das zugehörige Album auf Platte:

Killing In The Name: Rage Against The Machine heben lautstark die Mittelfinger

„Manche von denen, die im Namen des Gesetzes arbeiten, sind dieselben, die Kreuze verbrennen“ – Das ist nur eine der kontroversen Aussagen, die Rage Against The Machine in Killing In The Name tätigen, einem ihrer ersten Songs. Sie unterstellen der Polizei damit, Mitglieder des durch und durch rassistischen Ku-Klux-Klans zu beschäftigen, zumindest im übertragenen Sinne – ein großer Aufreger, der zu Beginn der Neunziger einen Nerv trifft. Polizeigewalt, vor allem gegenüber Schwarzen, wird zum immer größeren öffentlichen Thema. Als die vier Cops, die Rodney King krankenhausreif geprügelt haben am 29. April 1992 auch noch freigesprochen werden, zünden die Schwarzen Menschen in LA ihre Stadt an und Rage Against The Machine liefern, verspätet, den Soundtrack dazu. Wenig später gelingt ihnen mit Killing In The Name der Durchbruch.


Auf die Idee für das Hauptriff kommt Gitarrist Tom Morello, als er gerade eine Gitarrenstunde gibt. Er unterbricht sogar kurz den Unterricht, um seinen Einfall gleich auf Band festzuhalten. Später führt er das Riff seinen Kollegen vor und quasi aus dem Stand fließt all das zusammen, was Rage Against The Machine am besten können: Morello macht an der Gitarre Morello-Dinge, Bassist Tim Commerford und Schlagzeuger Brad Wilk schaffen eine rhythmische Grundlage, die einer Dampfwalze standhalten würde, und Sänger Zack de la Rocha spuckt am Mikro Gift und Galle. Besonders legendär: Ganze sechzehn Mal lässt de la Rocha seine Hörer:innen wissen: „F**k you, I won’t do what you tell me“ – acht Mal leise, acht Mal ein wenig lauter. Eine ikonische Textzeile der Popkultur, die noch heute auf Festivals auf der ganzen Welt zu hören ist.

Was wurde aus Rodney King?

Rodney King selbst äußert sich nach der Gewalteskalation bemerkenswert versöhnlich. Er verurteilt das Verhalten der Polizisten, klar. Doch er ruft auch mehrfach dazu auf, Gewalt nicht mit Gegengewalt zu vergelten, sondern Gerechtigkeit auf dem juristischen Weg anzustreben. Immer wieder betont er, dass Zerstörung und Rache nichts ändern würden und stellt eine Frage für die Geschichtsbücher: „Can we all get along?“, also: „Können wir nicht einfach alle miteinander auskommen?“ Am 17. Juni 2012, am US-Vatertag, wird Rodney King von seiner Partnerin Cynthia tot in seinem Swimmingpool aufgefunden. Genau 28 Jahre zuvor ertrank sein Vater in der Badewanne. Rodney King wird nur 47 Jahre alt, doch das Andenken an ihn wird weiterleben – in Filmen, Theaterstücken und in Killing In The Name von Rage Against The Machine.

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