Mollie Elizabeth
Foto: Universal Music

Neues vom Sunset Boulevard: Mollie Elizabeth erweckt das alte Hollywood zu neuem Leben

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Mollie Elizabeth klingt nach Glamour, nach trägen Sommernachmittagen am herzförmigen Pool, Seidenbetttüchern und dem morbiden Glanz eines untergegangenen Hollywood. Mit einem Unterschied: Ihr Stern geht gerade erst auf. Was man über die neueste Pop-Sensation aus Los Angeles wissen muss.

Alle Jahre wieder verfallen Künstler:innen dem Charme des alten Hollywood. Dem Glanz, dem Glamour, aber auch den morbiden Schattenseiten, den Abgründen. Vor bald 15 Jahren war das unvergessen Lana Del Rey mit ihrem ewigen Meisterwerk Born To Die, im Jahr 2026 ist es Mollie Elizabeth. Die junge Sängerin kommt aus der bergigen Cascade Range im Staate Washington, ihr Sound passt aber einige hundert Meilen weiter südlich, in diesen Sündenpfuhl zwischen Traumfabrik und Albtraum.

Früh verfällt Mollie Elizabeth dieser Halbwelt, verliebt sich in Sound und Style von Frank Sinatra oder Marilyn Monroe. Tragische Figuren beides, aber natürlich nur zwei von vielen. Dennoch stehen sie synonym für das, was viele mit dem alten Hollywood verbinden: Glamour, wohin man schaut, ausschweifende Partys in legendären Hotels wie dem Chateau Marmont am Sunset Boulevard. Noch heute kann man das Echo dieser Zeit hören – wenn man nur aufmerksam die Ohren spitzt.

Verschlepptes Alt-Pop-Cabaret

Mollie Elizabeth hat das getan. Und widmet ihre Kunst seit Jahren dieser archäologischen Arbeit. In ihrem verschleppten, mäandernden Dream Pop referenziert sie die alte Garde Hollywoods, greift teilweise sogar auf die Zeit zurück, in der die ikonischen Buchstaben noch Hollywoodland sagten. Dazu kommt natürlich eine ordentliche Prise Lana Del Rey – ohne die Queen des toten Los Angeles geht es nun mal einfach nicht – in ihrer Single Run Rabbit Run aber auch eine Art Alt-Pop-Cabaret, die man auch von The Last Dinner Party kennt.

Am ehesten liegen ihr aber die etwas verschleppten, verspulten Psych-Pop-Kapriziosen, die nach einem Drink zu viel am Pool klingen und einen ganz wunderbaren Wortwitz und eine für ihre jungen Jahre (sie ist 22) bemerkenswert eigenständige Poesie aufweisen. Kein übler Weg für eine Künstlerin, die erst 2025 mit ihrem Song Vegas Venetian auf sich aufmerksam macht. Die Aufmerksamkeit ist mehr als verdient: Der Song changiert irgendwo zwischen Gemma Ray und Olivia Dean und verdeutlicht schon damals ihre Lust an Bläsern und feministischen Texten.

Mollie Elizabeth: Zwischen Wäldern und Los Angeles

Nach jeder Menge Vorschusslorbeeren veröffentlicht sie jetzt ihre neueste Single Puppet Show. Hörer:innen erwartet eine beeindruckend ausformulierte musikalische Vision, in der Vintage-Liebe und Zeitgeist gleichberechtigt nebeneinander auftreten. Oder auch: Ihre Vergangenheit, wenn sie den Bäumen in den Wäldern Washingtons Lieder von Doris Day geträllert hat. Und ihre Gegenwart in ihrer neuen Heimat Los Angeles. Sagen wir so: Die Investition in ein 12-Dollar-Mikrofon für ihre frühen Songs hat sich so was von bezahlt gemacht.

Viel ist passiert bei Mollie Elizabeth in gerade mal zwölf Monaten. Eines ist aber gleich geblieben: Ihr Gespür für Vintage-Jazz, orchestralen Pop und moderne Pop-Produktion. Und ihre Liebe für ein Hollywood, das weder sie noch wir wirklich erlebt haben. Und dennoch wie ein Geist in den Straßen dieser Stadt der Engel hängt.

Die Disney-Prinzessinnen sind schuld

Die Künstlerin erklärt das so: „Für mich ist jede Melodie eine winzige Welt, die dich einlädt – eine Einladung, sowohl kraftvoll als auch zart zu sein und zu feiern, wer du bist, wer du warst und wer du wirst. Meine Musik ist nicht nur zum Zuhören da. Sie ist zum Umherwandern, zum Träumen und dazu, ein Stück von dir selbst an einem Ort zu finden, den du vergessen hattest.“ Das kennt sie noch aus ihrer Kindheit, als sie allein umherwanderte, Dinge sagte wie „Bäume sind auch Menschen!“ und sich eher mit den Tieren als den anderen Kindern der Nachbarschaft anfreundete.

Oder mit Disney-Prinzessinnen. „Ich glaube, es hat definitiv mit meiner Liebe zu den Disney-Prinzessinnen angefangen und damit, dass meine Mutter immer Rosemary Clooney und Doris Day spielte“, sagt sie. „Und ich dachte mir: ‚Das ist die schönste Musik überhaupt.‘ Ich habe nie wirklich verstanden, warum die Leute nicht weiter solche Musik gemacht haben, deshalb war mir immer klar, dass das genau die Art von Musik ist, die ich machen wollte.“ Was für ein Glück.

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