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Chris Rea: „Driving Home For Christmas“-Sänger ist gestorben
Chris Rea ist tot. Der britische Sänger und Songschreiber, der mit Songs wie Driving Home for Christmas und The Road to Hell weltberühmt wurde, starb im Alter von 74 Jahren. Das berichten mehrere britische Medien.
Chris Rea: Sprecher bestätigt Tod
Die Nachricht wurde am heutigen Montag (22. Dezember) von seiner Familie bestätigt. Ein Sprecher seiner Ehefrau und der beiden Kinder erklärte, zitiert von NME: „Mit großer Traurigkeit geben wir den Tod unseres geliebten Chris bekannt.“ Rea sei zuvor friedlich in einem Krankenhaus gestorben, nachdem er kurz erkrankt gewesen war. „Er starb heute im Kreise seiner Familie“, hieß es weiter.
Chris Rea führte über Jahrzehnte ein Leben im permanenten Ausnahmezustand zwischen Bühne und Krankenhaus. Bereits Mitte der 1990er-Jahre traf ihn die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs mit voller Wucht und zog eine Kette von insgesamt neun schweren Operationen und monatelange Klinikaufenthalte nach sich. Bauchspeicheldrüse, Gallenblase und Teile der Leber wurden entfernt. Später kam eine insulinpflichtige Diabetes-Erkrankung hinzu. Zeitweise, so berichtete Rea selbst, bestimmte ein Alltag aus Dutzenden Tabletten sein Leben. 2016 erlitt er einen Schlaganfall, 2017 brach er während eines Konzerts in Oxford vor Publikum zusammen. Dass er dennoch weiter Musik machte, Alben veröffentlichte und noch einmal auf Tour ging, galt vielen als Ausdruck eines beinahe stoischen Durchhaltewillens.
Chris Rea: Blick auf seine Karriere
Chris Rea wurde am 4. März 1951 in Middlesbrough im Nordosten Englands geboren. Sein Vater Camillo Rea, ein aus Italien eingewanderter Unternehmer, betrieb in der Region mehrere Cafés und eine Eisfabrik, seine Mutter Winifred K. Slee stammte aus Irland. Rea wuchs in einfachen, katholisch geprägten Verhältnissen auf, arbeitete früh im Familienbetrieb mit und kam erst vergleichsweise spät zur Musik. Das Gitarrespielen brachte er sich autodidaktisch bei, beeinflusst vom Delta-Blues und Musikern wie Ry Cooder.,
Seine ersten musikalischen Schritte machte Rea in lokalen Bands, bevor er Mitte der 1970er-Jahre den Entschluss fasste, es allein zu versuchen. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1978 mit Fool (If You Think It’s Over), doch sein eigentlicher Siegeszug begann in den 1980er- und 1990er-Jahren, als er sich vor allem in Europa zu einem der konstantesten und erfolgreichsten britischen Musiker seiner Generation entwickelte. Songs wie Driving Home for Christmas, The Road to Hell (Part 2), Josephine, On the Beach oder Looking for the Summer wurden zu Dauerbrennern. In späteren Jahren wandte sich Rea bewusst vom Pop-Mainstream ab, suchte die Reduktion und fand sie im klassischen Blues.
Erst vor Kurzem hatte Chris Rea selbst von jener fast schon absurden Entstehungsgeschichte seines größten Weihnachtsklassikers erzählt. In einem aktuellen Interview berichtete Rea, dass Driving Home for Christmas ausgerechnet in einer Phase entstand, in der er wegen eines Fahrverbots gar nicht selbst am Steuer sitzen durfte. Der Song sei dennoch – oder gerade deshalb – nicht verbittert geraten, sondern zugleich frustgeladen und tröstlich, geprägt von jener merkwürdigen Mischung aus Stillstand und Hoffnung, die viele mit der Heimreise kurz vor Weihnachten verbinden. Dass das Lied bis heute funktioniert, erklärte Rea mit seinem Blick auf den alljährlichen Verkehrsinfarkt vor den Feiertagen: Alle seien zur gleichen Zeit unterwegs, mit denselben Gedanken im Kopf. Mit trockenem Humor erzählte er, er summe den Song bis heute anderen Autofahrern im Stau vor.