Featured Image
Foto: Frazer Harrison/Getty Images

Green Day und Linda Perry: Warum die Kooperation platzte

Linda Perry von 4 Non Blondes stand ursprünglich als Produzentin für Green Days 21st Century Breakdown auf dem Plan. Dann entschieden Green Day sich aber doch um, um sich vor der Kritik ihrer Fans zu schützen, die Linda Perry als eine Pop-Produzentin sahen.

Wie macht man nach „American Idiot“ weiter?

Als American Idiot im Jahr 2004 herauskam, belebte das Album Green Days Karriere mit einer frischen Energie wieder. Dementsprechend groß waren die Erwartungen für das nächste Werk – das sollte schließlich 21st Century Breakdown werden. Wer sollte es produzieren?

Eine Person, die sich dazu meldete, war Linda Perry: bekannt als Sängerin und Songwriterin der 4 Non Blondes, zudem hatte sie schon Platten von Stars wie Gwen Stefani oder Christina Aguilera produziert. Die Neuigkeit, dass Perry im Gespräch mit Green Day sei, verbreitete damals Courtney Love. Doch am Ende hatte Perry doch nichts mit 21st Century Breakdown am Hut und Butch Vig landete den Job als Produzent der Platte. Warum wurde nichts aus der Zusammenarbeit?

Sechs Monate Arbeitszeit verloren

Zu dieser Frage hat Linda Perry vor kurzem ihre eigene Einschätzung gegenüber dem NME gegeben: Und zwar habe es an Perrys Historie im Pop-Genre und Green Days Angst vor Kritik gelegen. Dabei sei die Arbeit am Album schon konkreter fortgeschritten als nur eine Idee gewesen: „Ich hatte einen vollen Kalender und sagte sechs Monate an Arbeit dafür ab“, erzählte Perry im Interview. „Ich traf mich mit Billie Joe Armstrong und wir redeten drei Stunden lang.“ Aus Perrys Sicht schien das zu passen, da Armstrong sich nach dem Erfolg von American Idiot orientierungslos fühlte, wobei Perry ihm gut hätte helfen können: „Produzieren hat einen Aspekt von Therapie.“

Was das Projekt dann aber ins Schwanken gebracht habe, sei Green Days Sorge um die Meinung der Fans, so Perry. Als Courtney Love die Zusammenarbeit an die Öffentlichkeit brachte, beschwerten sich einige Fans bei Green Day, warum diese ihr Album von Linda Perry produzieren ließen – einer Pop-Produzentin, die man mit Christina Aguilera und P!nk verband.

Linda Perry: Billie Joe Armstrong ist „eine kleine Pussy“

„Und dann riefen diese Typen mich einfach nicht mehr an“, erzählte Perry über Green Day. „Ich versuchte, sie zu erreichen, und herauszufinden, was los war. Niemand rief an. Ich verlor sechs Monate geplanter Arbeit. Das war total daneben – alles, weil Billie Joe eine kleine Pussy ist und nicht mochte, dass er diesen ganzen Gegenwind von seinen Fans bekam.“ So habe sie einiges an Respekt für Armstrong verloren.

Linda Perrys Fazit zu der Sache: „Das passierte, weil ich eine Frau war und Popsongs geschrieben hatte. Ich war von ihnen [Green Day] enttäuscht, und dann war ich wütend auf Courtney. Denn wenn sie einfach den Mund gehalten hätte, hätten wir die Platte aufgenommen; sie wäre erschienen und hätte für sich selbst gesprochen. Ich hatte eine Vision und wusste, dass ich abliefern würde.“ Nichtsdestotrotz wurde 21st Century Breakdown ein sehr erfolgreiches Album, das 16-mal Platin ging. So wie es nun klingt, wird eine Zusammenarbeit zwischen Green Day und Linda Perry auch in Zukunft nicht mehr passieren.

Mehr von Green Day und Linda Perry:

Dein daily News-Update im Circle Mag

Bleib stets up-to-date in Sachen Musik und Popkultur mit unseren täglichen News, Reviews und Features. Viel Spaß beim Stöbern!