news
Massive Attack und Roger Waters greifen Ed Sheeran scharf an
Der Streit um Macklemores Rauswurf von Ed Sheerans Loop Tour weitet sich aus. Nach dem Ausstieg sämtlicher Vorbands melden sich nun auch unbeteiligte Musiker zu Wort: Massive Attack, Garbage und Roger Waters haben Sheeran öffentlich kritisiert. Der Vorwurf lautet, er habe die Entfernung des Rappers hingenommen, statt sich dagegen zu stellen.
Massive Attack sprechen von Zensur
Am deutlichsten formulierte es die Bristoler Band auf Instagram. „Kein Künstler sollte die Zensur eines anderen Künstlers hinnehmen, wie viele Millionen Dollar auch im Spiel sein mögen“, schrieb Massive Attack. „Wir stehen solidarisch an der Seite aller Künstler, die ihre Karriere aufs Spiel setzen, um die Rechte des palästinensischen Volkes zu verteidigen, und gegen die illegale Besatzung, Apartheid, Kriegsverbrechen und den anhaltenden Völkermord, die der Staat Israel verübt.“
Garbage werteten die Vorgänge als Zeitenwende. „Wir werden Zeuge, wie einer der größten Künstler der Welt gecancelt wird, weil er versucht hat, Israels Völkermord am palästinensischen Volk mit zweierlei Maß zu betrachten“, schrieb die Band auf Instagram. „Die Normalisierung eines Apartheidstaats und die Versuche, sein Handeln zu beschönigen oder zu rechtfertigen, werden nicht länger hingenommen. Ed, es gibt hier nur ein Opfer: das palästinensische Volk.“ Jeder Act, der die Tour verlasse, und jeder Fan, der sein Ticket storniere, entscheide sich dabei für sein Gewissen.
Roger Waters wird persönlich
Roger Waters, seit Jahren Unterstützer der BDS-Bewegung, veröffentlichte ein Instagram-Video mit dem Titel „Ed Who?“. „Es gibt zwei Sorten von Menschen auf dieser Welt“, sagt der Pink-Floyd-Mitgründer darin. „Es gibt Menschen, die das Richtige tun – der Rapper Macklemore wäre einer von ihnen. Und es gibt Menschen, viele von ihnen leider kleine … – entschuldigen Sie, ich hätte fast das F-Wort benutzt – kleine Arschlöcher wie Sie, die das Falsche tun. Auf Wiedersehen.“
Sheeran selbst hat sich seit seinem Instagram-Statement vom Dienstag nicht erneut geäußert. Darin hatte er erklärt, die Entscheidung sei beim Veranstalter gelegen, nicht bei ihm, und er habe versucht, eine Lösung zu finden, um Macklemore auf der Tour zu halten. Zugleich verwies er darauf, dass er seine Bühne bewusst nicht für Politik nutze, weil sein Publikum auch aus Kindern bestehe. Macklemore selbst hatte betont: „Ich bin kein Opfer. Ed Sheeran ist kein Opfer. Pink ist kein Opfer. Wir haben Karrieren, Geld, Chancen, Sicherheit und ein Publikum in aller Welt.“