Mit Klavier, Synth und Violinen: Max Richter ist zurück

Max Richter kündigt neues Album an
Foto: Rory van Millingen

Komponist und Pianist Max Richter kündigt ein neues Album an, bei dem er mit dem englischen Choreografen Wayne McGregor zusammenarbeitete.

Wie klingt es wohl, wenn einer der größten Komponisten der Neoklassik mit einem Choreografen zusammenarbeitet? Schön, episch und groß. Denn zum dritten Mal bereits kündigen Max Richter und Wayne McGregor ein gemeinsam erarbeitetes Album an. While The Flood Rages zeigt die Zusammenarbeit der beiden und erscheint am 16. Oktober und wir Teil eines Filmes sein. Die 15 Titel stammen aus seiner Filmmusik zu MaddAddam, einem Ballett, das von einer Trilogie postapokalyptischer Romane von Margaret Atwood inspiriert ist. In Zusammenarbeit mit dem Choreografen entstand die Musik für das Projekt, doch bei dem Album wird es sich nicht um den reinen Score handeln – viel mehr ist es ein eigenständiges Album, das sich mit Themen wie technologischer Beschleunigung, ökologischer Krise und zwischenmenschlichen Beziehungen beschäftigt. Die erste Single Now We Can Sing startet besonders zart und ruhig doch trümt sich zu einem Feuerwerk der Lebensfreude auf.

Max Richter baut neue Klangwelten

Über elf Minuten baut Max Richter hier eine Klangwelt auf, die zerbrechlich, aber harmonisch wirkt. Mit gläsernen, hohen, langgezogenen Klängen legt er das Fundament des Titels, bevor sich dann langsam die Melodie eines Keyboards darüberlegt. Auch Violinen mischen sich dazu, geben dem Titel Tiefe und Dringlichkeit. Immer mehr Instrumente mischen sich im Verlauf des Titels hinzu, bis er in einem wunderbaren Fortissimo endet, das nach einem Befreiungsschlag klingt. Der Titel bildet den Abschluss des Albums und ist direkt von Atwoods Text inspiriert, da er sich mit Stimme und Verbundenheit auseinandersetzt.

„While The Flood Rages“ wurde im Studio Richter Mahr aufgenommen und entfaltet sich über drei Akte hinweg als durchgehende Klanglandschaft. Es handelt sich eher um ein Begleitwerk als um einen Soundtrack, der sich mit Themen wie ökologischer Krise, technologischer Beschleunigung und menschlicher Verbundenheit auseinandersetzt. „Ich habe das Material auseinandergenommen und einen Verlauf geschaffen, der allein durch das Zuhören Sinn ergibt“, erklärt Richter. „Es ist ein anderer Weg, um zum selben Ziel zu gelangen.“ Das Album ist nach „Infra“ und „Woolf Works“ die dritte große Zusammenarbeit von Richter und McGregor und ist schon eine ganze Weile in der Schmiede. Bereits vor Ausbruch der Pandemie entwickelte Max Richter erste Stücke des kommenden Langspielers.

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