Ritchie Blackmore spielt wieder live mit Deep Purple – nach 33 Jahren

Ritchie Blackmore live 2018
Foto: Frank Hoensch/Redferns

Ein historischer Moment: Nach 33 Jahren stand Ritchie Blackmore wieder live mit Deep Purple auf der Bühne. Gestern Abend (12. August) in Wantagh, New York, gab der 81-jährige Gitarrist sich die Ehre und begleitete seine ehemalige Band bei Smoke On The Water.

Nur für einen Abend, nur für einen Song, aber da waren sie wieder zusammen. Hätte irgendjemand das kommen sehen können? Erstmal nicht, denn nach Blackmores turbulentem Verlassen der Band im Jahr 1996 schlossen Deep Purple eine Reunion immer wieder aus, nicht mal für die Rock & Roll Hall Of Fame. Aber tatsächlich wussten einige Fans von Blackmores Auftritt am Mittwochabend, denn er hatte es in einem Livestream auf seinem Instagram-Account angekündigt – nur einen Tag zuvor.

„Ich hoffe, ich kann mithalten“

Auf Instagram freute Blackmore sich: „Es wird schön sein, die alten Jungs wiederzusehen. Ich glaube, wir werden alle an Krücken und im Rollstuhl sein – obwohl ich denke, dass die anderen noch ganz gut drauf sind.“ Dennoch wirkte er etwas zögerlich: „Ich hoffe, ich kann mit dem aktuellen Gitarristen [Simon McBride] mithalten. Denn ich sehe, dass er sehr große Verstärker hinter sich hat.“ Zudem habe er seit 25 Jahren nur noch Akustikgitarre gespielt, meinte Blackmore.

Doch diese Ängste sind komplett egal, wenn man sich die Performance vom Mittwochabend anschaut. Trotz chronischer Arthritis wird Ritchie Blackmore das Riff zu Smoke On The Water nach all diesen Jahren wahrscheinlich ohnehin nicht mehr aus dem Muskelgedächtnis verlieren können. Aber es war schon besonders, ihn wieder diese ersten Noten spielen zu hören, während fast die ganze Originalbesetzung von Deep Purple (außer Jon Lord) neben ihm stand. Beim Singen legte Ian Gillan den Arm um Blackmore und klopfte scherzhaft auf seiner Gitarre herum.

Danach nahm Gillan sich Zeit für ein paar Worte: „Vor ein paar Tagen habe ich eine Nachricht von einem Burschen aus der Region hier erhalten.“ Blackmore unterbrach ihn kurz: „Wie kann es sein, dass du mittlerweile so viel größer bist als ich?“ Gillan antwortete: „Andersrum, Kumpel, du schrumpfst.“ Er fuhr fort: „Ich erhielt einen Brief von diesem Mann, in dem stand: ‚Ich wohne gleich um die Ecke. Hättest du etwas dagegen, wenn ich vorbeikomme und mit euch jamme?‘ Und es war ein absolutes Vergnügen, ihn wieder auf der Bühne zu haben: das Gründungsmitglied, die große Legende, den unsterblichen Ritchie Blackmore!“

Blackmores und Deep Purples komplizierte Vergangenheit

Ritchie Blackmore hatte Deep Purple in den späten 60er-Jahren mitbegründet und war lang ein essenzieller Teil der Musik. 1975 verließ er zum ersten Mal die Band, um sich auf seine Band Rainbow zu konzentrieren. Doch als Rainbow sich auflöste, kehrte Blackmore im Jahr 1984 zurück zu Deep Purple.

Im November 1993 brausten die Spannungen zwischen den Mitgliedern auf einer Europatour hoch und kochten in Birmingham über: Bei dem Konzert schien Blackmore nicht bei der Sache zu sein und bewarf einen Kameramann mit einem Glas Wasser. Ein paar Tage später entließen Deep Purple ihn. Seitdem wurde eine Reunion immer als „undenkbar“ bezeichnet, obwohl kein Streit mehr zwischen der Band und ihm stehe. Schön, dass es nun anders gekommen ist.

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