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Wie sensible kann eine Platte klingen? Die australische Indie-Musikerin Stella Donnelly testet auf Love and Fortune die Grenzen aus. Und das, obwohl sie der Musik den Rücken kehren wollte.
Musikliebe in jeder Pore
In dem neuen Studioalbum von Stella Donnelly steckt so viel Musikliebe, es ist anrührend. Die Singersongwriterin aus Australien hat mit ihrem dritten Album auf eine größere Band gesetzt, sich hinter den Mikros verschlossen und elf Titel eingespielt, die vor wohliger Energie übersprudeln. Mit vielen chorischen Stellen, eigenwilligen Gitarrenpickings und energetischen Drums lässt Stella Donnelly das Herz anschwellen und dabei wollte Stella Donnelly eigentlich gar keine Musik mehr machen.
Musik an den Nagel gehangen
Mittlerweile hat Stella Donnelly schon an mehreren Stellen durchblicken lassen, dass sie nach ihrem letzten Album Flood das Musikmachen an den Nagel hängen wollte. Trotz erfolgreicher Tour durch kleine Indieclubs weltweit, reichte es einfach nicht. Doch wie es so ist: sobald man sich entschieden hat, etwas loszulassen, fließen die unvorhersehbaren, kreative Ströme plötzlich wieder in ganz eigenen Bahnen und reißen einen mit. Wir dürfen uns also besonders glücklich schätzen, Stella Donnellys Stimme wieder zu hören. In einem Instagrampost bedankt sich die Sängerin kurz nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums bei ihren Freund:innen, ihren Bandkolleg:innen und auch bei ihrem Management: „To Alex Bruford and Casey O’Shaugnessy for being my agents even when I ‘quit music’.“
Hobbyornitologin druch und durch
Auf Love and Fortune hat Stella Donnelly nicht nur ihre Liebe zur Musik verewigt, sondern es auch zu Vögeln. Denn Stella Donnelly ist eine kleine Hobbyornithologin, die am liebsten mit einem Fernglas durch die Natur zieht, um Vögel zu entdecken und zu beobachten. Schon auf dem Cover von Flood, ihrem zweiten Album, war ein Foto von zahlreichen Stelzenläufern zu sehen. Auf diesem Album aber hat Stella sogar einige Vogelsounds eingewoben. Auf dem Titel Please Everyone ist ein sehnsüchtiges Tschilpen zu hören.
Ein besonderes Highlight des Albums ist auch der Song W.A.L.K, der sich langsam und stetig aufbaut. Die lässt ihrer Stimme, die man vor allem ruhig und sanft kennt, über die kratzigen Gitarrenjagen. Am Ende klingt diese Hymne auf Freiheit ganz feierlich und groß, weil hier so viele Spuren miteinander verschmelzen, bis ganz am Ende nur noch ein Feedback dasteht. Der Song ist quasi dafür gemacht, live gespielt zu werden. Am 31.03.2026 wird Stella Donnelly in Berlin spielen.