Studie zeigt: Musik mit expliziten Texten ist auf dem Rückzug

Explizit
Foto: Scott Barbour/Getty Images

Laut einem neuen Bericht ist Musik mit expliziten Texten in den wichtigsten Charts von Spotify auf dem absteigenden Ast. Haben wir die Lust am Fluchen verloren?

Wie aus einer neuen Analyse des Popkultur-Datenjournalisten Daniel Parris hervorgeht, ist der Anteil expliziter Songs in den Top-50-Charts von Spotify in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Die Daten zeigen, dass bislang nur 13 Prozent der Top-50-Songs auf Spotify im Jahr 2026 mit dem berühmt-berüchtigten Tag „explicit“ versehen sind – ein expliziter Rückgang gegenüber 74 Prozent im Jahr 2018.

Parris argumentiert, dass dieser Trend offenbar von zwei Hauptfaktoren angetrieben wird: Die Hörer kehren zunehmend zu älteren, radiotauglicheren Songs zurück, und Hip-Hop dominiert die wichtigsten Charts von Spotify nicht mehr in derselben Weise wie noch Ende der 2010er Jahre. Und Hip-Hop ist eben besonders gern explizit.

Die Analyse wies auf die wiedergewonnene Beliebtheit klassischer Titel wie Dreams von Fleetwood Mac und Thriller von Michael Jackson hin, die beide auf Streaming-Plattformen weiterhin ein neues Publikum finden. Außerdem wurde festgestellt, dass Hip-Hop, der in der Vergangenheit einen großen Anteil der mit „explicit“ gekennzeichneten Songs in den Charts ausmachte, in den Top 50 von Spotify nicht mehr so dominant ist wie während seines kommerziellen Höhepunkts im letzten Jahrzehnt.

Wenig explizit: Parental Advisory ist nicht mehr nötig

Früher war der ikonische „Parental Advisory“-Sticker fast schon allein Kaufgrund genug für eine Platte. Das „Explicit“-Musik-Tag geht auf die Mitte der 1980er Jahre zurück und ist zum Teil das Ergebnis der Kampagne des Parents Music Resource Center unter der Leitung von Tipper Gore. Anfang der 1990er Jahre hatte sich die Musikindustrie dann darauf geeinigt, explizites Material mit dem mittlerweile bekannten Warnhinweis „Parental Advisory: Explicit Content“ zu kennzeichnen. Im Zeitalter des Streamings ist diese explizite Kennzeichnung zu einem Metadaten-Tag geworden, der auf Songs und Alben auf Plattformen wie Spotify und Apple Music angewendet wird.

Der Bericht deutete darauf hin, dass der Mainstream fast 40 Jahre nach Einführung der Kennzeichnung möglicherweise „bereinigt“ wurde – nicht aufgrund von Zensur, sondern aufgrund sich ändernder Hörgewohnheiten und der sich wandelnden Gewichtung der Genres in den Charts. Wir sagen: Make Popmusik explizit again!

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