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Foto: Randy Holmes/Disney via Getty Images

Review: Death Cab For Cutie liefern den Soundtrack einer zerbrochenen Beziehung

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Scheidung als Musik: Death Cab For Cutie sezieren auf ihrem elften Album I Built You A Tower eine gescheiterte Beziehung. Statt Selbstmitleid und wehleidigem Pathos setzen die Indie-Darlings herzzerreißende Breakup-Balladen gegen monolithischen Rock-Furor.

In der Musik schreibt man im Grunde nur über zwei Dinge: Über die Liebe und die Abwesenheit derselben. Death Cab For Cutie sehen es auf ihrem elften Album I Built You A Tower nicht ein, sich für eine der beiden Seiten der Medaille zu entscheiden. Und legen ein herzzerreißendes Stück Trennungsmusik vor, das inhaltlich sogar für die Indie-Helden aus Washington State ziemlich harter und emotional zerrütteter Tobak ist.

Death Cab For Cutie: Elegische Balladen und nervöse Rock-Brecher

Aber vielleicht klären wir erst mal das: Was zum Henker ist denn da eigentlich passiert? In der Zeit der Entstehung musste Frontmann, Gitarrist und Bandgründer Ben Gibbard seine Ehe zu Grabe tragen, war aber beinahe konstant mit einem seiner Projekte auf Tour und konnte die Trennung nie wirklich verarbeiten. In einem Statement verglich er emotionale Erfahrungen wie Trauer, Trauma oder Verlust mit einem „Turm“ in der inneren Landschaft eines Menschen. Also schrieb er ein Album, das untersucht, wie diese Emotionen trotz aller Bemühungen, sie zu ordnen und zu kontrollieren, gelegentlich unerwartet wieder auftauchen können.

Auf sehr clevere Weise reflektiert die dynamische Natur des Albums mit unerwarteten Sprüngen von elegischen Balladen zu nervösen Rock-Brechern genau das. Das klingt immer nach diesem ganz besonderen, zurückgenommenen Sound der prägenden Indie-Band, manchmal aber auch wie R.E.M., Counting Crows oder nach dieser gewieften Abgebrühtheit der jüngeren Arctic Monkeys.

Trennungsalbum ohne Selbstmitleid

Nun gibt es natürlich zahlreiche Ansätze für ein Trennungsalbum. Die meisten männlichen Musiker wählen dann aber doch immer wieder diesen einen Weg, auf dem sie durch Selbstmitleid waten, der Verflossenen hinterherweinen und sich in wehleidig-sentimentalen Oden selbst leid tun. Man denke da nur mal an Chris Martin. Ben Gibbard geht erfreulicherweise einen anderen Weg, aber das hätten wir uns bei ihm natürlich auch denken können. Er fragt sich eher, was das denn eigentlich ist, die Liebe – und ob ihre Abwesenheit in einer gescheiterten Beziehung schlimmer ist als ihre Anwesenheit.

Auf I Built You A Tower stochern Death Cab For Cutie mit Piano-Balladen, akustisch angehauchten Indie-Hymnen und vereinzelten monolithischen Ausbrüchen in der Asche einer Beziehung herum. Es geht hier nicht darum, herauszufinden, wer schuldig ist oder wer mehr geliebt hat. Sondern wie es so weit kommen konnte. Und was es mit einem Menschen macht, plötzlich wieder allein zu sein. Ein wenig Bitterkeit schwingt da schon mit, aber auch viel Sanftheit beim Blick auf gemeinsame Erinnerungen.

Melancholische Reflexion über vergangene Zeiten

Obwohl sich das Album offensichtlich und durchgehend mit Themen des Verlusts befasst, bleibt es in seiner Herangehensweise vielschichtig und nicht ohne Hoffnung und ist eine mutige und kluge, melancholische Reflexion über vergangene Zeiten. Über den Ballast, den wir für immer mit uns herumtragen werden. Und die Menschen, die ihn mit uns teilen.

Damit führt I Built You A Tower die hohe Güteklasse des dringlichen Vorgängers Asphalt Meadows spielend fort, ohne dieselbe Formel zu wiederholen. Für eine Band, die seit bald 30 Jahren den Indie-Sound der USA prägt, ist das eine bemerkenswerte Leistung. Hoffen wir also nur, dass es Ben Gibbard und seiner Ex-Frau auch bald wieder gut geht.

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