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Next Generation K-Pop: Diese Debüts muss man sich merken
Die gerade erst gestartete Girlgroup A20 LITE führt aktuell die K-Pop-Charts in Südkorea an. Eine gute Gelegenheit für einen ersten Kassensturz in Sachen neuer K-Pop. Wir schauen auf die K-Pop-Debüts, die uns in diesem Jahr überzeugt haben.
LNGSHOT (Debüt im Januar)
LNGSHOT gäbe es ohne den schon etwas älteren amerikanisch-koreanischen Rapper Jay Park nicht. Er brachte Ohyul, Ryul, Woojin und Louis zusammen, machte sie zum ersten Projekt seines Labels More Vision und nahm sie mit auf eine Welttournee, die sie vor einigen Wochen auch durch Europa führte.
Wir finden aber: Es lohnt, diese junge Band auch ohne ihren Mentor zu betrachten. Gerade läuft es bei LNGSHOT nämlich so gut, dass einige schon finden, Jay Park profitiere von der gemeinsamen Tour ebenso wie sie. Und da ist was dran: Jay Park ist zwar ein O. G. im K-Rap und ein guter Performer, aber LNGSHOT haben mit ihrem frechen K-Pop-Zugang, ihrem Charisma und ihrem Humor ein weitaus jüngeres Publikum angefixt.
ALPHA DRIVE ONE (Debüt im Januar)
Die achtköpfige Band ALPHA DRIVE ONE wurde wie viele K-Pop-Bands über eine grosse TV-Casting-Show gefunden. Die hieß Boys II Planet und lief auf Mnet – einem der wichtigsten Fernsehsender Koreas. Shows dieser Art haben natürlich den Vorteil, dass die Fans schon vor der eigentlichen Bandgründung eingespannt werden und die einzelnen Idols jeweils ihre eigenen Fandoms in die Band einbringen.
Dementsprechend groß war das Interesse, als ALPHA DRIVE ONE im Januar 2026 endlich debütierten. Die View- und Streaming-Zahlen spiegeln das. Soundtechnisch sind ALPHA DRIVE ONE sehr poppig und ein bisschen nostalgisch unterwegs. Ihre Coolness geht dabei eher in Richtung Lieblings-Schüler als juvenile Großmaul-Rapper – aber das letztgenannte Feld ist ja mit Cortis (die 2025 debütierten) und den noch recht frischen WAYF BOYS schon ganz gut besetzt.
WAYF BOYS (Debüt im August)
Speaking of WAYF BOYS: Die fünf Member und ihr Produzent verkündeten etwas vollmundig, sie wollten keine weitere „5th-Generation-K-Pop-Band“ sein, sondern eine „Nu-K-Pop-Band“. Na ja, ganz so „nu“ bzw. „new“ sind ihre Zutaten zwar nicht – auch Cortis zum Beispiel geben sich ähnlich wild und fluchen gerne mal – und auch ihr Sound bedient sich bei bewährten Quellen zwischen Rap und Crossover, aber auch die WAYF BOYS haben einen Witz und eine Energie, die sie weit bringen könnte. Hier haben wir sie euch übrigens schon mal etwas ausführlicher vorgestellt.
OURBIRTHDAY (Debüt im August)
Diese siebenköpfige Girlgroup ist über ihr Label INNIT beim K-Pop-Riesen JYP Entertainment angedockt, bei dem natürlich Stray Kids zuhause sind – aber auch sehr erfolgreiche Girlgroups wie Twice, Itzy und NMIXX.
OURBIRTHDAY hätten in Sachen Präsenz und Performance durchaus das Zeug, in ein paar Jahren zu den großen Schwestern aufzuschließen. Dafür bräuchten sie allerdings noch ein paar bessere Songs. Squeezy ist ein guter Start, aber man merkt der Single an, dass hier einige schon ältere Ideen neu aufgekocht wurden.
TUIDE (Debüt im August)
Auch diese Band haben wir schon mal ausführlich vorgestellt und etwas provozierend gefragt: Sind TUIDE jetzt die nächsten NewJeans? Sind sie natürlich nicht, aber wir sehen den Reiz, es sich so einfach zu machen und die beiden Acts zu vergleichen. Die sieben Member sind übrigens zwischen 15 und 19 Jahre alt. Die 19-jährige Bandleaderin und „unnie“ der Band, Seohee, ist außerdem aus gutem K-Pop-Hause: Ihre ältere Schwester Jihyo ist Teil von Twice. Dementsprechend war auch hier das Interesse schon beim Debüt groß, vor allem, weil auch die Produktionsfirma ABD eine Tochterfirma der HYBE-Gruppe ist, wie auch einst ADOR, die NewJeans an den Start brachte.
A20 LITE (Debüt im Oktober)
Diese Band sehen gerade viele als die Zukunft des K-Pop – und das, obwohl die sehr jungen Frauen auch eine Verbindung zu den Ursprüngen des K-Pops haben. Was viele zurecht unproblematisch finden. Aber der Reihe nach.
Die Debütsingle NEON von A20 LITE steht gerade an der Spitze der südkoreanischen Charts. Nicht zu Unrecht: Der Song ist ein echter Pop-Hit – einerseits modern, andererseits hörbar in der Tradition von beliebten K-Pop-Girlgroups der 2. Generation, wie zum Beispiel Girls’ Generation und f(x).
A20 LITE ist eines von drei neuen Bandprojekten des K-Pop-Urvaters Lee Soo-man, über den wir hier schon einmal ausführlich geschrieben haben. Lee ist nicht weniger als der Erfinder des heutigen K-Pop-Idol-Systems: Er kam auf die Idee, Ausbildung, Songwriting und Produktion in einem In-House-System zu vereinen, das bis heute zwar immens erfolgreich ist, aber auf weite Strecken problematisch ist und war. Er gründete die Firma SM Entertainment, eine der „Big Three“, die K-Pop groß gemacht haben. Vor einigen Jahren wurde er jedoch aus seiner eigenen Firma gedrängt, verkaufte seine Anteile zu einem üppigen Preis und nahm dafür in Kauf, drei Jahre nicht in der koreanischen Pop-Produktion arbeiten zu dürfen.
Aber Lee Soo-man umging diese Sperre, in dem er einfach in Singapur seine neue Produktionsfirma A20 gründete. 2025 brachte er dort schon eine chinesische Girlgroup an den Start, Anfang Oktober folgten eine Boygroup und eben A20 LITE, die vorher gut zwei Jahre ausgebildet wurden.
Und hier wird es problematisch: A20 LITE haben ein fantastisches Debüt hingelegt, aber sie werfen erneut die Frage auf, ob K-Pop nicht ein Mindestalter für eine Idol-Karriere braucht. Warum man sich das bei A20 LITE fragt? Nun ja. Das hier sind die Member mitsamt Alter und Nationalität: Young (17, Südkorea), Himeki (17, Japan), Vora (16, Südkorea), Xili (15, China), Rada (15, Thailand), Merci (15, China), Ayune (13, Südkorea), OA (13, Japan und USA) und Aijing (13, China).
A20 SOUL (Debüt im Oktober)
Die zweite in diesem Jahr gestartete Band von Lee Soo-man ist A20 SOUL – und sie besteht aus 15 jungen Männern aus Korea, Japan, Amerika, China und Thailand. Der Jüngste ist 14, der Älteste 19 Jahre alt. Der erste Song SUPERSTAR ist durchaus gelungen – und eine ungewöhnliche Wahl. Hier werden nicht vordergründig Performance-Skills geflext, sondern vor allem die Vocals gehighlightet. Musikalisch eher balladesk im Midtempo unterwegs, bekommt SUPERSTAR durch die sehr präsenten 80s-Synths einen eher nostalgischen Vibe.