news
Britische Regierung will überteuerte Konzertticket-Weiterverkäufe verbieten
Auf dem Ticketmarkt passiert viel Abzocke: Viele verkaufen Konzerttickets für erhöhte Preise und heimsen so Gewinn ein. Die britische Regierung will dem einen Riegel vorschieben, sodass man ab nun den Originalpreis nicht mehr übersteigen darf.
Wie sieht das aktuelle Problem aus?
Ticketpreise für Konzerte steigen in den letzten Jahren stetig an – daran musste man sich als Musik-Fan leider schon gewöhnen. Ein besonders ärgerlicher Teil dieses Problems sind Weiterverkäufe von Tickets. Einige Personen oder auch Bots kaufen sofort Tickets, die sie dann für erhöhte Summen weiterverkaufen. Das ist natürlich vor allem dann lukrativ für sie, wenn das Konzert irgendwann ausverkauft ist und die Suchenden keine andere Wahl haben, als auf die überteuerten Resale-Tickets zurückzugreifen.
Es ist eine Masche, die Leuten nicht nur unrechtmäßig viel Geld aus der Tasche zieht beziehungsweise in die Tasche spielt, sondern auch zu schnell ausverkauften Konzerten führt, bei denen man beim Verkaufsstart innerhalb kürzester Zeit mit Bots konkurrieren muss. Die Chancen, die Tickets für einen humanen Preis zu bekommen, werden also unrealistischer.
Was wird dagegen gemacht?
Die britische Regierung will nun etwas gegen dieses Phänomen unternehmen. Noch diese Woche will sie klare Pläne vorstellen, die die Weiterverkäufe für erhöhte Preise unterbinden sollen, das berichtet The Guardian. So soll verboten werden, dass Tickets für mehr Geld verkauft werden, als der ursprüngliche Preis vorgibt. Resale-Plattformen dürfen zwar Gebühren aufstellen, aber auch diese sollen auf ein Maximum beschränkt werden.
Auch auf Social-Media-Plattformen soll der Weiterverkauf klar kontrolliert werden, denn dort geschieht besonders viel Abzocke und Betrug. Ticketplattformen (nicht Resale-Portale, sondern jene, wo man die Tickets direkt kauft) geben ohnehin ein Maximum dafür vor, wieviele Tickets man pro Person kaufen darf. Und dieses Limit wird nun auch für den Weiterverkauf gelten. Auf Resale-Plattformen müssen wiederum die Plattformen selbst dafür verantwortlich sein, dass ihre Nutzer:innen sich an die Regulierungen halten.
Nach öffentlichem Aufruf durch Dua Lipa und co.
Der Eingriff der britischen Regierung kommt, nachdem zahlreiche Künstler:innen, darunter Dua Lipa, Radiohead oder Coldplay, sich letzte Woche gegen unkontrollierte Weiterverkäufe aussprachen. In einem öffentlichen Statement richteten sie sich direkt an den britischen Premierminister Keir Starmer und machten auf die Machenschaften auf Plattformen wie Viagogo oder StubHub aufmerksam. Riesige Touren wie die von Oasis oder Radiohead hatten das Resale-Problem besonders gravierend offenbart. Hoffentlich bewirkt dieses geplante Eingreifen etwas.